09.11.2005 · Harter Herbst für Schwedens Elche: Während eine unbekannte feministische Elchfraktion dafür plädiert, in die Männerdomäne Elchjagd einzudringen, randalieren einige „Könige des Waldes“ betrunken vor einem Altersheim „Am Waldesrand“.
Schwedens Elche haben in diesem Herbst harte Zeiten zu überstehen. Kaum hatte der Königliche Hof in Stockholm Anfang der Woche vermeldet, daß Prinz Carl Philip (26) in Halle- Hunneberg an einem Tag gleich zwei männliche Elche und seine Jagdkameraden acht weitere erlegt hatten, berichtete die Presse von einer Polizeiaktion gegen Elche vor dem Altersheim der Ortschaft Östra Göinge. Einige Breitmäuler hätten dort betrunken randaliert und die Polizei einfach ignoriert.
Im Rundfunk meldete sich ebenfalls diese Woche eine bisher unbekannte feministische Elchfraktion zu Wort: Sie will in die letzte schwedische Männerdomäne, die Elchjagd, eindringen und massenweise Frauen auf die Pirsch schicken. Begründung von Jägerin Monica Persson: „Die Elchjagd ist kein männliches, sondern ein zutiefst menschliches Bedürfnis.“
Betrunkene Elche „am Waldesrand“
Setzt sich diese Haltung durch, könnten zusätzlich zum Prinzen sowie König Carl XVI. Gustaf (59) und 270.000 schwedischen Männern künftig vielleicht auch Kronprinzessin Victoria (28), Prinzessin Madeleine (23) sowie Hunderttausende Schwedinnen auf die „Könige des Waldes“ anlegen. Bisher beträgt der Frauenanteil magere fünf Prozent. Aber Persson, die in fünf Jahren elf Tiere erlegt hat, freute sich im Rundfunk, daß sich das „weibliche Elch-Netzwerk“ geradezu explosiv ausbreite. Jede vierte Neulizenz für die Jagd gehe derzeit an eine Frau.
Nun schlugen die Tiere zurück: Polizisten mit Hunden sowie bewaffnete Jäger mußten am Wochenende Bewohner des Altenheims „Am Waldesrand“ im schwedischen Östra Göinge vor betrunkenen Elchen schützen. Wie „Dagens Nyheter“ berichtete, hatten die Breitmäuler am Wochenende in Vorgärten reichlich dem Saft aus verfaulten Äpfeln zugesprochen, der infolge von Gärung Alkohol enthielt. „Elche sind wie ganz normale Leute“ hieß es in dem Zeitungsbericht als Begründung dafür, daß einige durch den Alkohol enthemmte Elche aggressiv wurden und vor dem Altersheim randalierten. Auch das Erscheinen einer Polizeistreife mit Hunden änderte daran nichts.
Im Herbst „nicht ungewöhnlich“
Erst als die vierbeinigen Randalierer mehrere Jäger mit Gewehren im Anschlag erblickten, trollten sie sich widerwillig. Oberförster Fredrik Jönsson bezeichnete betrunkene Elche im Herbst als „nicht ungewöhnlich“, weil die Tiere Äpfel für ihr Leben gern verzehrten. „Sie erkennen den Unterschied zwischen gegorenen und ungegorenen nicht und stopfen alles bis zum letzten Apfel in sich rein“, sagte Jönsson. Er konnte die Frage nicht beantworten, ab wie viel gegorenen Äpfeln ein Elch in der Regel blau sei.