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Ehen Liebe in Zeiten der Einheit

08.11.2004 ·  Endlich erkennt die West-Frau, was sie am Ost-Mann hat. Der hatte lange unter seinem schlechten Image zu leiden. Doch der „ungepflegte Verlierer“ kann auch ein Wessi sein.

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Es scheint doch etwas dran zu sein am Ost-Mann: West-Frauen entdecken immer häufiger in ostdeutschen Männern den Partner fürs Leben. Die Zahl derartiger Ehen habe sich von 1991 bis 2003 nahezu verdreifacht, besagt eine am Montag in Leipzig veröffentlichte Erhebung für das MDR-Magazin „Umschau“ ergab.

Im selben Zeitraum ging die Zahl der Hochzeiten westdeutscher Männer mit ostdeutschen Frauen nach Angaben der Statistischen Landesämter um 15 Prozent zurück. Insgesamt sei die Zahl der Ost-West-Ehen von 1991 bis 2003 um satte 28 Prozent gestiegen,
entgegen dem allgemeinen Heiratstrend in Deutschland.

West-Männer nach der Wende aktiv

Kurz nach der Wende taten sich zunächst vor allem West-Männer und Frauen aus dem Osten zusammen. Auf drei Ehen in dieser Paarung kam Anfang der neunziger Jahre nur eine Ehe zwischen West-Frau und Ost-Mann. Im vergangenen Jahr war das Verhältnis nun ausgewogen.

Der Leipziger Sexualwissenschaftler Kurt Starke erklärte im MDR die anfängliche Vernachlässigung des Ost-Mannes mit Imageproblemen. Das Ostprodukt „Mann“ sei Anfang der neunziger Jahre als „schlecht gekleideter und ungepflegter Verlierer ohne Manieren“ dargestellt worden. Zudem konnte er objektiv keine Statussymbole wie teure Autos oder Bankguthaben vorweisen.

Heute allerdings legten westdeutsche Frauen nicht mehr nur Wert „auf die schöne Verpackung“, sondern schätzten die „natürlichen Qualitäten des Ostmannes wie Bodenständigkeit und Ehrlichkeit“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
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