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Veröffentlicht: 24.04.2005, 12:03 Uhr

E-Post Mailen schadet dem IQ mehr als „Kiffen“

Der IQ eines Menschen soll durch die ständige Flut elektronischer Nachrichten stärker belastet werden als durch das Rauchen von Haschisch. Das und mehr berichten Forscher der Uni London in einer neuen Studie.

© AP Cannabis-Konsum nicht so schädlich wie Mailen

Ob in der Bahn, im Supermarkt oder im Büro vor dem PC: Am laufenden Band hört man Klingelgeräusche, die eine neue elektronische „Message“ ankündigen. Wissenschaftler der University of London behaupten nun, daß diese ständige Flut von Emails und SMS die geistigen Fähigkeiten eines Menschen um zehn IQ-Punkte senkt - und damit stärker als das Rauchen von Haschisch.

Der Grund: Das Gehirn ist von anderen Aufgaben abgelenkt. So steht es in ihrer neuesten Studie, die der PC-Hersteller Hewlett-Packard in Auftrag gegeben hatte. Die Aufmerksamkeitseinbußen und die Störungen, hervorgerufen durch die elektronische „Info-Manie“, kosten die Unternehmen jährlich Millionenbeträge an entgangener Produktivität, so das Institute of Psychiatry der Universität London.

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Frauen weniger betroffen

„Es handelt sich um ein sehr reales und stark verbreitetes Phänomen,“ sagte Dr. Glenn Wilson, der die Studie durchgeführt hat. „Eine unkontrollierte Info-Manie schadet der Arbeitsleistung, weil die mentale Aufmerksamkeit nachlässt. Unternehmen sollten eine ausgewogenere und angemessenere Arbeitsweise fördern.“ Eine Untersuchung unter 1000 Erwachsenen kam zu dem Ergebnis, daß ihr Auffassungsvermögen nachließ, wenn Arbeiten durch hereinkommende E-Mails und SMS-Meldungen unterbrochen wurden.

Die durchschnittliche, wenn auch vorübergehende Reduzierung um zehn IQ-Punkte war mehr als doppelt so hoch als ein Verlust von vier IQ-Punkten, der dem Rauchen von Haschisch zugeschrieben wird. Zum Vergleich: Eine schlaflose Nacht führe zu einem Rückgang von zehn IQ-Punkten. Insgesamt seien Frauen davon weniger betroffen als Männer. Bei ihnen betrug der durchschnittliche Aufmerksamkeitsverlust fünf Punkte, verglichen mit 15 für Männer. Das signalisiere, daß Frauen besser in Lage sind, mehrere Sachen gleichzeitig zu machen, erläutert Wilson.

Begrenzung elektronischer Botschaften

Zweiundsechzig Prozent der Arbeitnehmer sind regelrecht süchtig danach, ihre elektronische Post außerhalb der Bürostunden und während des Urlaubs zu checken, berichtet die Studie. Ein Drittel aller Erwachsenen werde eine E-Mail sofort oder innerhalb der nächsten zehn Minuten beantworten. Einer von fünfen „freut sich“ darüber, ein geschäftliches oder privates Treffen zu unterbrechen, um auf eine E-Mail oder Textmeldung zu antworten. „Wenn E-Mails auf dem Bildschirm aufblinken, lenkt das die Leute ab.

Die Verwendung elektronischer Botschaften sollte begrenzt werden,“ rät Wilson. In der Studie, die der PC-Hersteller Hewlett-Packard in Auftrag gegeben hatte, wurden auch Umfragen zum E-Mail-Verhalten am Arbeitsplatz durchgeführt. Neunundachtzig Prozent der Befragten erklärten, es sei „extrem unhöflich,“ E-Mails und Textmeldungen während eines Zweiergesprächs zu beantworten. Zweiundsiebzig Prozent waren „genervt“ von Telefongesprächen, die öffentlich stattfinden.

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