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Bei Duisburg : Zentrale A-40-Rheinbrücke bleibt noch tagelang gesperrt

  • Aktualisiert am

Die 777 Meter lange Brücke wurde 1970 gebaut Bild: dpa

Die wichtige Ost-West-Verbindung A 40 bleibt bei Duisburg vorerst gesperrt. Wie groß das Ausmaß der Schäden an der Rheinbrücke Neuenkamp ist, weiß noch niemand.

          Hiobsbotschaft für Pendler, Brummifahrer und Reisende: Das Ost-West-Nadelöhr A-40-Rheinbrücke bei Duisburg bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Autofahrer müssen sich mindestens noch mehrere Tage in Geduld üben. „Das komplette Schadensbild ist noch nicht ermittelt“, sagte am Donnerstag ein Sprecher vom Landesbetrieb Straßenbau in Gelsenkirchen. Die A 40 ist Bindeglied zwischen Ruhrgebiet und den Niederlanden.

          Die viel befahrene Brücke Neuenkamp ist seit Mittwochnachmittag in beide Richtungen für Autos und Lastwagen dicht. Grund ist ein Riss in einer Seilverankerung, der bei der regelmäßigen Überprüfung entdeckt worden war. Nur Fußgänger und Radfahrer dürfen vorerst die Brücke benutzen.

          Während die Brücke wieder instand gesetzt wird, laufen die Planungen für einen Neubau weiter. „Es wird bereits geschweißt und repariert“, sagte der Behördensprecher. Er riet dazu, den Bereich trotz des geringeren Verkehrsaufkommens in der Ferienzeit weiträumig zu umfahren.

          Am Donnerstag staute sich der Berufsverkehr zunächst vor der Brücke in beide Fahrtrichtungen auf mehreren Kilometern. Zahlreiche Autofahrer wichen auf die A 42 aus, die weiter nördlich parallel verläuft. „Hier haben wir spürbar mehr Verkehr“, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs. Auch das Duisburger Stadtgebiet sei voll. Duisburg programmierte vorsorglich Ampelschaltungen auf den innerstädtischen Ausweichstrecken um.

          Für die niederrheinischen Verkehrsbetriebe (NIAG) ist die Vollsperrung der „worst case“ (der schlimmste Fall). „Wir versuchen die Leute irgendwie ans Ziel zu bringen, aber natürlich ist das umständlicher und dauert länger“, sagte NIAG-Betriebsleiter Andreas Meuskens. Busse müssten über Umleitungen fahren oder würden an den Bahnverkehr angeknüpft.

          Neubau bereits geplant

          Bis zum frühen Donnerstagmorgen zum Beispiel seien Busse über Ausweichstrecken nach Duisburg gefahren, wie die beiden Schnellbuslinien aus Geldern und Neukirchen-Vluyn. „Als dann alles zu war und nichts mehr ging, haben wir diese beide Linien am Moerser Bahnhof mit der Regionalbahn 31 verknüpft. Die Leute mussten umsteigen auf den Zug“, sagte Meuskens. In Kombination mit der Bahn seien die Leute rund 45 Minuten länger unterwegs als üblich.

          Einige Busse hingen auch im Stau fest. „Wenn eine Brücke entfällt, die fast 120.000 Kraftfahrzeuge hat, kann man sich vorstellen, was drumherum im Straßennetz los ist.“

          Die A-40-Brücke ist nicht die einzige reparaturbedürftige Brücke am Rhein. Die Leverkusener A-1-Brücke ist seit Monaten für den Schwerlastverkehr gesperrt und wird neu gebaut. In Düsseldorf ist die B-7-Brücke teilgesperrt.

          Nach Einschätzung der IHK kann die kurzfristige Sperrung weitreichende Folgen haben. „Die Vollsperrung betrifft, neben vielen tausend Pendlern täglich, vor allem unseren Logistik-Standort: Das schränkt seine Erreichbarkeit erheblich ein, das spüren viele unserer Unternehmen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve, Stefan Dietzfelbinger.

          Die 777 Meter lange Brücke wurde 1970 für bis zu 30 000 Autos am Tag gebaut. Die Belastung durch inzwischen täglich 100 000 Fahrzeuge - davon 10 000 Lastwagen - habe das Bauwerk marode gemacht. Fahrbahn und Querträger mussten in den vergangenen Jahren wiederholt repariert werden. Zwar drohe kein Einsturz, aber man könne die Brücke nicht mehr lange für den Verkehr halten, teilte die Landesbehörde mit. Es ist auch bereits ein Neubau geplant.

          Die Straßenbauverwaltung schätzt den Sanierungsbedarf für rund 400 Brücken an Bundesfernstraßen in den nächsten zehn Jahren in NRW auf 4,5 Milliarden Euro.

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