17.06.2003 · Das chinesische Jahrhundertbauwerk, der Drei-Schluchten-Staudamm, hat seine Probe bestanden. Am Freitag sollen die fünfstöckigen Schleusen in Betrieb gehen. Bild für Bild.
Nach der Flutung des Drei-Schluchten-Staudamms in China sind die ersten Schiffe probeweise durch die Schleusen gefahren. Fernsehzuschauer im ganzen Land konnten live verfolgen, wie die erste Fähre die gigantischen Schleusen passierte und in zweieinhalb Stunden die 190 Meter hohe Mauer des Damms überwand.
Die fünfstöckige Wasserstufe soll am Freitag für den gesamten Schiffsverkehr geöffnet werden. China bezeichnet die Schleuse als die größte der Welt. Sie zieht sich einschließlich der Kanäle für die Ein- und Ausfahrt über mehr als sechs Kilometer hin.
Wasserpegel steigt bis 2009
Nach fast einem Jahrzehnt Bauzeit waren Ende Mai die Schleusentore des Drei-Schluchten-Staudamms geschlossen worden. Der Wasserpegel im Staubecken stieg auf 135 Meter an und soll bis zur Fertigstellung des 21-Milliarden-Euro-Projekts im Jahr 2009 175 Meter erreichen. Mit der Schließung der Schleusen erhöhte sich der Pegel des Jangtse auf einer Länge von 435 Kilometern und setzte nach der zum Teil zwangsweisen Umsiedlung von rund 725.000 Bewohnern mehrere Städte und Dörfer der Region unter Wasser.
Wegen seiner Kosten und der Folgen für Umwelt und Anwohner ist der weltgrößte Staudamm auch in China umstritten. Die Regierung in Peking argumentiert mit einem verbesserten Hochwasserschutz und sauberer Energiegewinnung. Im August soll die Stromerzeugung beginnen.