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Dioxin-Verseuchung Tausende Mastschweine müssen verbrannt werden

18.02.2003 ·  Der Skandal um Dioxin-verseuchtes Futtermittel weitet sich aus. Die Mengen des krebserregenden Giftes sind nach Ansicht des Ministeriums für Verbraucherschutz allerdings für Menschen unbedenklich.

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Nach dem Dioxin-Futtermittel-Skandal in Thüringen müssen wahrscheinlich Tausende Mastschweine verbrannt werden. Bundesweit sind immer mehr Landwirte betroffen. Das Verbraucherschutzministerium hat eine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch dioxinverseuchte Futtermittel weitgehend ausgeschlossen. Die Dosierung des Giftes im Fleisch sei zu gering.

Mindestens 60 Betriebe seien gesperrt, darunter 25 in Thüringen und etwa 35 in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern, sagte Thüringens Landwirtschaftsminister Volker Sklenar (CDU) am Dienstag. Das Landwirtschaftsministerium in Dresden teilte am selben Tag mit, dass die Zahl der Betriebe in Sachsen, die verseuchtes Futter aus Thüringen erhalten haben könnten, von 22 auf 27 gestiegen ist.

Kritk an Thüringer Behörden

Der Staatssekretär des Verbraucherschutzministeriums, Alexander Müller, sagte am Dienstag , die im Fleisch der mit dem Futtermittel belieferten Betriebe festgestellten Werte seien sehr gering. Es müsse jedoch alles getan werden, um mögliche Schäden zu vermeiden. Dioxin habe in Lebensmitteln nichts zu suchen.

Müller kritisierte das Vorgehen der Thüringer Behörden im Dioxin-Skandal. Er sei über die lange Zeit zwischen Probenentnahme und öffentlicher Meldung sowie über das nachträgliche Bekanntwerden weiterer kontaminierter Futtermittel „irritiert“, sagte der Staatssekretär. So sei die Probe des 4. Dezember vergangenen Jahres am 15. Januar in Thüringen eingetroffen, über Probeschlachtungen habe es bis zum 7. Februar gedauert, ehe eine öffentliche Bekanntmachung erfolgt sei.

Schaden noch nicht absehbar

Der Thüringer Landwirtschaftsminister Volker Sklenar (CDU) teilte am Dienstag mit, das möglicherweise belastetes Futter auch nach Nordrhein-Westfalen und Hessen geliefert worden sei. Neben den bisher bekannten rund 1.200 Tonnen verdächtige Backreste gingen zudem weitere 950 Tonnen möglicherweise Dioxin-belastete Rübenschnitzel an Landwirtschaftsbetriebe in mehreren Bundesländern. In ersten Proben waren deutlich erhöhte Werte des Krebs erregenden Gifts gefunden worden. Sklenar zufolge bestand für die Verbraucher aber zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefahr.

Wie groß der Schaden für die Futtermittelhersteller und die Agrarbetriebe ist, kann derzeit keiner sagen. Es gebe noch keine Schätzungen, sagte Sklenar. Die Agrarbetriebe könnten jedoch vom Land nicht mit Entschädigungen rechnen, da es sich nicht um eine Tierseuche handele.

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