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Volle Stände : Vorfreude auf frischen Spargel an Ostern

  • Aktualisiert am

Beliebt wie nie: Die Deutschen lieben Spargel Bild: dpa

Spargel ist in Deutschland beliebt wie nie: Die Ernte läuft auf Hochtouren, schon zu Ostern soll das Gewächs massenweise auf den Tellern landen. Doch es gibt auch Ärger um den Anbau und den Aufwand der Ernte.

          Wer Lust auf Spargel hat, kann zu Ostern mit einem reichhaltigen Angebot von deutschen Feldern rechnen. „Sehr viele Anbauregionen sind in die Ernte eingestiegen und es sind schon umfangreiche Mengen geerntet worden“, sagte Michael Koch vom Marktforschungsunternehmen Agrarmarkt-Information (AMI) in Bonn. In den vergangenen Wochen sei allerdings die Nachfrage teils noch etwas schwach gewesen. Wohl auch, weil viele Gastronomen nicht damit gerechnet hatten, dass deutscher Spargel in so großer Menge verfügbar ist.

          Der Geschäftsführer der Vereinigung der niedersächsischen Spargelbauern, Fred Eickhorst, prognostizierte hohe Qualität für die kommende Saison. Die Witterung habe sich inzwischen so gut entwickelt, dass die Betriebe teilweise selber von dem guten Spargelwachstum überrascht wären. Zugleich seien auch Herbst und Winter klimatisch mit ausreichender Kältephase optimal für die Spargelpflanzen gewesen.

          Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach AMI-Informationen 120.000 Tonnen Spargel geerntet – so viel wie in keinem Jahr zuvor. Ob diese Rekordmarke in diesem Jahr gehalten werde, könne noch keiner sagen, betonte Koch. Das hänge sehr stark vom Wetter ab. „Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden“, sagte Koch. „Die Anbaufläche ist mindestens genauso groß.“ Die Bundesländer mit der größten Anbaufläche sind Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, die zusammen 54 Prozent der deutschen Spargelfelder haben.

          Rumänische Erntehelfer stechen am Freitag in Niedersachsen Spargel – auch hier kommt Folie zum Einsatz.
          Rumänische Erntehelfer stechen am Freitag in Niedersachsen Spargel – auch hier kommt Folie zum Einsatz. : Bild: dpa

          Spargel-Streit zwischen Sachsen und Brandenburg

          Unterdessen gibt es Kritik an der Methode, welche die frühe Spargelernte ermöglicht. So ist in Brandenburg eine Diskussion um die Verwendung von Folien auf den Spargelfeldern im Nachbarland Sachsen entbrannt. In Brandenburg fordern die Grünen, weniger Folien einzusetzen, da diese schlecht für die Artenvielfalt seien und das Landschaftsbild beeinträchtigten.

          Riesige Schläge ohne Anbauvielfalt und ordentliche Fruchtfolgen, befreit von Ackerrandstreifen, Gehölzen, Hecken und Kleingewässern seien das Hauptproblem für den Naturschutz, erklärte auch der sächsische Grünen-Landtagsabgeordnete Wolfram Günther.

          Die Spargelbauern in Sachsen halten dagegen: Die Folien lägen nicht das gesamte Jahr auf dem Feld. Zudem würden Bodenerosionen verhindert. Ohne eine Verlängerung der Erntezeit durch das Abdecken der Felder könnten die Landwirte zudem keinen Mindestlohn bezahlen. Aus Sicht von Kopf haben die Folien noch einen anderen Aspekt: Sie verhindern unerwünschte Folgen einer direkten Sonnenstrahlung. Bekommt der Spargel zu viel Sonne, wenn er aus der Erde schießt, verfärbt er sich rasch violett und rot. Die Kunden wollen aber weißen Spargel.

          Weiterstadt : Der erste Spargel ist da

          Überstunden für die Ernte

          Auch eine weitere Diskussion hat die Spargelernte neu entflammt: Die um längere Arbeitszeiten für Saisonarbeiter. Laut Arbeitszeitgesetz darf niemand länger als zehn Stunden am Stück arbeiten. Der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk (CDU) forderte deshalb kürzlich, das Gesetz für die Erntezeit zu flexibilisieren. Denn wenn der Spargel erntereif sei, müssten die Landarbeiter am besten von frühmorgens bis abends aufs Feld dürfen.

          Was der Agrarminister offenbar nicht wusste: Es gibt schon Ausnahmeregelungen. Seit 2015 ist jedem landwirtschaftlichen Betrieb möglich, sich für die Erntesaison tägliche Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden – und damit bis zu 72 Stunden Arbeitszeit pro Wochen – genehmigen zu lassen.

          Quelle: dpa

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