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Deutsche Weinlese Und wieder ein großer Jahrgang

09.10.2009 ·  Die Weinlese in Deutschland ist auch in diesem Jahr recht vielversprechend. „Alles im hochwertigen Bereich“, heißt es im Kaiserstuhl. Doch nicht nur dort verspricht der Jahrgang 2009 ein guter, wenn nicht sogar ein großer zu werden.

Von Daniel Deckers
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Im südlichen Baden ist die Weinlese in diesen ersten Oktobertagen fast beendet, in den nördlichen Anbaugebieten entlang von Mosel, Saar und Nahe hat sie kaum begonnen - an diesem seit Generationen vertrauten Verlauf der Erntesaison hat auch der mutmaßliche Klimawandel nichts geändert. Außergewöhnlich, ja bis in die achtziger Jahre hinein eigentlich unvorstellbar, sind die Aussichten auf den Weinjahrgang 2009. Kamen im kollektiven Gedächtnis der deutschen Winzer über Generationen hinweg wenige gute Jahre auf viele schlechte, so hat sich das Verhältnis mittlerweile umgekehrt. Wie nahezu alle Jahrgänge seit 1999 verspricht der Jahrgang 2009 vom Markgräflerland bis nach Sachsen ein guter, wenn nicht hier und da ein großer zu werden.

„Alles im hochwertigen Bereich“, sagt Regina Stigler vom gleichnamigen Weingut in Ihringen. Mit einem Spätburgunder von 102 Grad Oechsle begann die Lese am südlichen Kaiserstuhl schon am 10. September. Jetzt hängen nur noch spätreifende französische Sorten wie Sauvignon Blanc und Cabernet Franc, der Riesling ist längst am Gären. „Phantastisch reif“ wird in der berühmten Lage „Würzburger Stein“ in diesem Jahr auch der heikle Gewürztraminer. Da ist sich Robert Haller, der Leiter des bis in das ausgehende 14. Jahrhundert zurückgehenden Weinguts Bürgerspital, ebenso sicher wie bei der Beurteilung der Qualität seiner Silvaner. Im Jahr 350 nach dem ersten urkundlichen Nachweis der lange Zeit als „Österreicher“ bezeichneten Rebsorte in Franken wird es reife „Stein“-Silvaner in allen Qualitätsstufen geben, vom ausdrucksstarken Kabinett (unser Bild) bis zum hochreifen, aber nicht alkohollastigen „Großen Gewächs“.

Trockenheit im Sommer verspricht „herausragende Weine“

So könnte es auch weiter nördlich mit dem spätreifenden Riesling kommen. Dieter Greiner, Geschäftsführer der Hessischen Staatsweingüter, ist mit dem bisherigen Verlauf der Lese sehr zufrieden. Die Rieslinge aus den Spitzenlagen rings um Hochheim am Main sind längst im Keller, auch an anderen Lagen mit schweren Böden erwartet er nach einem von langer Trockenheit geprägten Sommer „herausragende Weine“. Im Weingut Dönnhoff in Oberhausen an der Nahe hat nicht einmal die Vorlese begonnen. „Nicht im Stress“ fühlt sich die Familie Dönnhoff unter Hinweis auf „normale“ Mostgewichte von etwa 90 Grad Oechsle, gesunde Trauben und eher hohe Säurewerte.

Nicht anders die Stimmung an der Mosel. Helmut Plunien, der Direktor der Bischöflichen Weingüter in Trier, gibt sich so entspannt, wie man als Winzer Anfang Oktober nur sein kann. Der Frühburgunder ist im Keller, in dieser Woche dreht sich alles um Rosé und Weißburgunder, und die Riesling-Reben an der Mittelmosel wie auch an Saar und Ruwer stehen so gut, dass das Potential dieses Jahres verschenkt wäre, würde schon jetzt mit der Lese begonnen. Nur überwiegend trocken sollte es in den nächsten Wochen sein, wünscht sich Plunien. Nasse Beeren gehören nicht auf die Kelter, mögen sich Landwirte und Gartenbesitzer im Herbst noch so über jeden Tropfen Regen freuen.

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Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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