24.10.2008 · Die Deutsche Bahn will einen Teil ihrer ICE-Flotte schon von diesem Samstag an vorübergehend aus dem Verkehr ziehen. Die Fahrgäste müssen bundesweit mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Es fehlten Garantieerklärungen der Hersteller für die Zugachsen.
Die Bahn zieht einen Teil ihrer ICE-Flotte wegen der ungeklärten Sicherheit der Zugachsen kurzfristig aus dem Verkehr. Bereits von diesem Samstag an müssen Fahrgäste deshalb bundesweit mit erheblichen Einschränkungen auf mehreren Linien rechnen, wie der Konzern am Freitag in Berlin mitteilte. Nahezu die gesamte Flotte der Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE T mit Neigetechnik, die aus 67 Zügen besteht, soll zunächst weiter technisch überprüft werden.
Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte, die Bahn sehe sich von den ICE- Herstellern Siemens, Alstom und Bombardier im Stich gelassen, die keine klaren Garantien zum sicheren Betrieb gegeben hätten. Wann der Fahrplan sich wieder normalisiert, ist laut Bahn vorerst ungewiss.
Millimetertiefer Riss in Achse gefunden
„Sicherheit hat für uns absoluten Vorrang“, sagte Mehdorn. Zuvor hatte er das ICE-Konsortium ultimativ zu „klaren und verbindlichen“ Aussagen über Haltbarkeit und Prüfintervalle der Achsen aufgefordert. Da die Bahn nur „nicht belastbare und unklare Angaben“ erhalten habe, sehe sie sich zu der drastischen Maßnahme gezwungen. Durch bereits laufende Sonderprüfungen der Achsen kommt es schon seit Tagen zu Beeinträchtigungen für Reisende. Die Untersuchungen per Ultraschall hatten Montag der vergangenen Woche begonnen. Betroffen sind neben den ICE-T-Zügen die insgesamt 63 Züge vom Typ ICE 3, nachdem an einer Achse ein millimetertiefer Riss gefunden worden war.
Vom frühmorgendlichen Betriebsbeginn am Samstag an müssen sich Passagiere wegen der Ausmusterung der ICE-T-Züge auf Einschränkungen gefasst machen. Dies betrifft laut Bahn die Linien Hamburg-Berlin-Leipzig-München, Wiesbaden-Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden, Stuttgart-Singen-Zürich sowie Dortmund-Koblenz-Mainz-Frankfurt/Main-Nürnberg-Passau-Wien. Weitere ICE-Strecken seien nicht betroffen.
Siemens: Achsen nach Stand der Technik gefertigt
Die Bahn kündigte für betroffene Fahrgäste zudem Kulanzregeln an. Konnte die Reise nicht angetreten werden, kann das Ticket demnach bis zum 30. November kostenlos umgetauscht oder erstattet werden. Nicht genutzte Reservierungen sollen erstattet werden. Muss statt ICE ein Intercity genutzt werden, werde der Differenzbetrag ausgezahlt. Bei Sparangeboten mit Bindung an einen bestimmten Zug werde die Bindung aufgehoben, wenn der gebuchte Zug nicht genutzt werden kann.
Ein Sprecher von Siemens Transportation Systems sagte in Erlangen, als Hersteller könne Siemens nur darauf verweisen, dass die Konstruktion der ICE-Achsen nach dem Stand der Technik und nach geltenden Normen und Richtlinien gefertigt sei. Siemens halte weiterhin Prüfungen in Intervallen von 200.000 bis 300.000 Kilometern für sinnvoll, habe aber Verständnis dafür, dass die Deutsche Bahn ihre Prüfungsintervalle verringere. Bombardier erklärte, die Achsen der ICE-T und ICE-3-Zügen hätten bei der Auslieferung allen Normen und Standards entsprochen. Dies hätten die Behörden bestätigt, sagte ein Sprecher.
Informationen sind im Internet unter www.bahn.de/aktuell abrufbar. Zudem ist laut Bahn ein kostenloses Service-Telefon für Reisende unter der Nummer 08000 99 66 33 erreichbar.
Etwas spät..
Bernhard Krug (bkrug)
- 24.10.2008, 18:17 Uhr
Wieder einmal Strassenbahnachsen?
fritz Teich (fazfazfaz123)
- 24.10.2008, 19:05 Uhr
Wo sind wir hier eigentlich?
Charly Höving (themarshall)
- 24.10.2008, 19:12 Uhr
Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte...
Carpathian Wolf (c-wolf)
- 24.10.2008, 20:36 Uhr
Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte...
Carpathian Wolf (c-wolf)
- 24.10.2008, 20:37 Uhr