Mein erster Gedanke war: ,Boah! Jetzt ist dein Leben vorbei!' Aber ich hab' nicht direkt daran gedacht, abzutreiben, da bin ich nicht so für. Das ist ja ein bißchen Mord irgendwie. Ich habe statt dessen viel mit meinen Freunden gemacht und wenig Zeit mit Jenny verbracht, sie auch versetzt. Das war ein Fehler. Wir haben uns dann getroffen und geredet. Ich habe ihr erklärt, daß ich das alles erst mal wahrnehmen mußte, daß mir eingefallen ist, was dann nach der Geburt alles weg ist: Nicht mehr so viel auf Party gehen. Mich um das Kind kümmern.
Nach zwei Wochen habe ich dann gedacht: Wir schaffen das schon. Seitdem bin ich ruhiger geworden, wir machen jetzt eben mehr Video-Abende. Im August, wenn Jenny mit der Schule fertig ist, wollen wir zusammenziehen. Ich habe jetzt eine Wohnung an der Hand, nicht hier im Viertel, sondern weit genug weg. Mein Kind soll mit anderen Leuten aufwachsen als ich. Er soll alles besser machen, was ich falsch gemacht habe. Dafür will ich alles tun, was in meiner Macht steht. Wir wollen möglichst alles alleine erreichen, ohne Unterstützung. Ich will neben der Schule noch arbeiten, und Jenny will sich auch einen Nebenjob suchen für abends. Da paß ich dann auf das Kind auf. Mein Vater will mich dann später vielleicht bei der Müllabfuhr unterbringen, erst mal, um hinten dranzuhängen. Das ist ein guter Job, gut bezahlt.