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Der Sternhimmel im März Kleine Sonnen im Großen Hund

 ·  Es wird heller: Die Dauer des lichten Tages vergrößert sich im März auf zwölf Stunden 53 Minuten am Monatsende. Die Planeten Mars und Saturn bereichern den Abendhimmel. Der Blickfang Venus wird dagegen ein schwieriges Beobachtungsobjekt.

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Als Spiegelbild der Bewegung der Erde um die Sonne läuft diese während eines Jahrs an der Himmelskugel durch die Sternbilder. Diese scheinbare Bahn der Sonne wird Ekliptik genannt, und der Gürtel der Sternbilder, durch welche die Ekliptik geht, heißt Tierkreis, da sieben dieser zwölf Bilder Tiergestalten sind. Auch der Mond und die Planeten sind nur im Bereich der Tierkreisbilder zu finden. An zwei Stellen - den Knoten - schneidet die Ekliptik den Himmelsäquator. Diese Schnittpunkte sind der Frühlings- und der Herbstpunkt. Im Frühlingspunkt wechselt unser Tagesgestirn von der südlichen auf die nördliche Halbkugel des Himmels. Dann beginnt für die Nordhalbkugel das Sommerhalbjahr.

Am 20. März um 6.48 Uhr durchläuft die Sonne den Frühlingspunkt und befindet sich dann bis zum 22. September nördlich des Himmelsäquators. Aus bahngeometrischen Gründen ändern sich die Mittagshöhen der Sonne in der Nähe der Äquinoktialpunkte, wie Frühlings- und Herbstpunkt im astronomischen Sprachgebrauch heißen, besonders rasch. Um fast zwölf auf vierundvierzigeinhalb Grad steigt die Sonnenhöhe zur Mittagszeit im Monatsverlauf an. Dadurch vergrößert sich die Dauer des lichten Tages im März um eine Stunde 54 Minuten auf zwölf Stunden 53 Minuten am Monatsende. Durch die Einführung der Sommerzeit in der Nacht vom 29. auf den 30. März ergibt sich bei den Auf- und Untergangszeiten der Sonne ein paradoxes Bild. Der Aufgang scheint stillzustehen, während die Untergangszeiten sich um nahezu zwei Stunden verspäten.

Ein besonders frühes Osterfest

Das Osterfest wird dieses Mal zu einem sehr frühen Zeitpunkt, am 23. März, gefeiert. Nach der im Jahr 325 beim Konzil von Nicäa eingeführten Osterregel, welche Ostern auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festlegt, ist das früheste Osterdatum am 22. März möglich, was in den vergangenen fünf Jahrhunderten aber lediglich dreimal vorgekommen ist. Die Ursache für das diesjährige frühzeitige Osterdatum liegt darin begründet, dass der Vollmond schon am Freitag, dem 21. März, also einen Tag nach Frühlingsanfang, eintritt.

Mit dem ersten Frühlingsmonat März vollzieht sich auch am Sternhimmel ein Wandel. Zwar befinden sich noch alle Wintersternbilder vollständig über der Horizontlinie, jedoch nähern sich Stier und Orion schon dem Westhorizont. Die übrigen Winterbilder Fuhrmann, Zwillinge, Großer und Kleiner Hund stehen jedoch noch so hoch, dass ihre Konturen ohne Schwierigkeiten erkannt werden können. Alle Bilder des Winters halten sich aber nun auf der westlichen Himmelssphäre auf.

Unsere Nachbarn die Weißen Zwerge

Die Hauptsterne von Großem und Kleinem Hund, Sirius und Prokyon, gehören zu unseren nächsten Nachbarsternen. Sirius ist knapp neun Lichtjahre von uns entfernt und damit der nächste von unserem Standort aus mit bloßen Augen sichtbare Fixstern. Prokyon ist mit gut elf Lichtjahren Distanz nur unwesentlich weiter weg. Beide Sterne wurden aufgrund ihrer veränderlichen Eigenbewegung von dem deutschen Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Doppelsterne mit einer unsichtbaren Komponente identifiziert. Erst viele Jahre später gelang es, ihre äußerst lichtschwachen Begleiter am Fernrohr zu beobachten.

Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei diesen Sternchen um einen neuen Sterntyp handelt, so genannte Weiße Zwerge. Dies sind Sonnen mit lediglich planetengroßem Durchmesser, aber hoher Oberflächentemperatur und einer Masse, die mit der unserer Sonne vergleichbar ist. Damit ergibt sich für die Weißen Zwergsterne eine extrem große Dichte, welche einige 100 Kilogramm pro Kubikzentimeter betragen kann. Sie werden als Endstadien der Sternentwicklung angesehen, da alle Kernprozesse in ihrem Innern erloschen sind. Man kann sie als vergreiste Sterne bezeichnen, wobei dies nicht unbedingt mit einem hohen Alter verknüpft sein muss, sondern vor allem von der Masse abhängig ist. Unsere Sonne benötigte mehr als zehn Milliarden Jahre um dieses Endstadium zu erreichen, ein Stern von fünffacher Sonnenmasse ist schon nach 100 Millionen Jahren ein Weißer Zwergstern.

Das Frühlingsdreieck Regulus

Prokyon bildet mit der westlich von ihm stehenden Beteigeuze und mit Sirius das nahezu gleichschenklige Winterdreieck. Es ist eingebettet in das viel größere Wintersechseck, welches aus Pollux, Capella, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon besteht, den jeweils hellsten Sternen der Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Stier, Orion sowie Großer und Kleiner Hund. Im Osten ist ein weiteres großes Sternendreieck jetzt vollständig sichtbar geworden: das Frühlingsdreieck Regulus, Spika und Arkturus, welches die Hauptsterne der Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Bootes umfasst.

Genau im Süden, zwischen Löwe und Zwillingen gelegen, ist der Krebs nur bei guten Sichtbedingungen auffindbar. Südlich vom Krebs erstreckt sich eine sternarme Zone, welche von der ausgedehnten Konstellation Wasserschlange eingenommen wird. Ihre Sterne sind ausschließlich lichtschwach, nur der Hauptstern Alphard fällt als Stern der zweiten Größenklasse auf. Der Wagenkasten des Großen Wagens hat nun fast den Scheitelpunkt des Himmels erreicht, während auf der gegenüberliegenden Seite des Polarsterns das Sternenfünfeck des Kepheus und die diesem folgende Kassiopeia eben ihre tiefste Stellung im Norden durchlaufen und im Nordwesten mit Andromeda und Widder die letzten Überreste des Herbststernhimmels verschwinden.

Der Riesenplanet bekommt Besuch

Die Planeten Mars und Saturn bereichern den Abendhimmel. Der Mars bewegt sich ostwärts im Tierkreisbild Zwillinge, wobei seine Helligkeit im Monatsverlauf stark abnimmt. Noch ist er aber ähnlich hell wie der Saturn und heller als die meisten Fixsterne erster Größe. Die Untergänge des Roten Planeten verfrühen sich um mehr als eine Stunde im Monatsverlauf. Am 15. März gegen drei Uhr hält sich der Mond in Marsnähe auf. Der ringgeschmückte Saturn ist nahezu während der gesamten Nacht sichtbar. Er bewegt sich langsam westwärts im Löwen Richtung Regulus, den er aber klar an Helligkeit übertrifft. Am Abend des 19. März finden wir den Mond in gut vier Grad Distanz südlich des Ringplaneten.

Jupiter bleibt im März ein Objekt des Morgenhimmels. Zweimal bekommt der Riesenplanet Besuch vom Mond. In den Morgenstunden des 3. und 30. März steht unser Erdtrabant in allerdings recht großem Abstand südlich von Jupiter. Die Venus, lange Zeit der Blickfang am frühen Morgen, ist jetzt ein schwieriges Beobachtungsobjekt geworden und verschwindet um die Monatsmitte im hellen Strahlenkranz der Sonne. Merkur hält sich im März in unmittelbarer Nähe der Venus auf, ist aber erheblich schwächer als diese, so dass es selbst mit Hilfe lichtstarker Optik kaum gelingen kann, das Merkursternchen aufzuspüren.

Sonne: 1. März Sonnenaufgang 7.08 Uhr, Sonnenuntergang 18.07 Uhr; 31. März Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 19.56 Uhr.

Mond: 7. März, 18.14 Uhr: Neumond; 14. März, 11.46 Uhr: Erstes Viertel; 21. März, 19.40 Uhr: Vollmond; 29. März, 22.47 Uhr: Letztes Viertel.

Quelle: F.A.Z., 28.02.2008, Nr. 50 / Seite 8
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