Meteorologen tun sich gemeinhin nicht mit besonders extrovertiertem Verhalten hervor. Angesichts dieses Novembers aber sind sie alle aus dem Häuschen, selbst die Leute vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Bei so vielen Rekorden wissen sie kaum, wo sie ihre Datenflut entspringen lassen sollen. Noch sind ihre Zahlen nicht offiziell, sprich bis ins Detail überprüft. Aber eines ist sicher: Der November 2011 war in Deutschland der trockenste Monat seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1881.
Mit einer gemittelten Regenmenge für Deutschland von etwa drei Litern je Quadratmeter hat der vergangene Monat den April des Jahres 1893 mit seinen 3,65 Litern als bisherigen Tiefstwert noch unterboten. Normal im langjährigen Durchschnitt wäre eine Regenmenge von 66 Litern je Quadratmeter gewesen. Aber die wurde dieses Mal nirgends in der Republik auch nur annähernd erreicht.
Als regenreichsten Ort haben die Wetterleute Schleswig an der Schlei ausgemacht. Dort fielen im November 17,9 Liter Niederschlag - gerade einmal 17Prozent der üblichen Menge von 104,9 Litern. Auf dem Brocken im Harz, wo langfristig gesehen die größten Regenmengen im Nebelmonat gemessen werden, blieb es dagegen bei 13,3 Litern - was sieben Prozent des Normalwertes von 187,7 Litern entspricht.
Eine ganze Reihe der rund 2000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes blieb sogar vollständig auf dem Trockenen, vor allem im Süden Deutschlands. Selbst die Zugspitze, die mit einem November-Normalwert von 158,2 Litern sonst üblicherweise auch zu den Niederschlags-Spitzenreitern gehört, ging leer aus. Ebenso Oberstdorf im eigentlich niederschlagsträchtigen Allgäu bekam in den vergangenen Wochen keinen einzigen Tropfen ab - normal wären 133,6 Liter gewesen.
Ursächlich für die ungewöhnliche Trockenheit im November - und im Herbst überhaupt - war eine extrem stabile Hochdruckwetterlage, die in diesen Tagen nun langsam kippt. „Bei einer solchen Konstellation im Hochsommer würden die Hitzerekorde nur so purzeln“, heißt es bei den Staats-Meteorologen in Offenbach. In diesem Herbst hat diese Lage aber vor allem die üblicherweise heranziehenden atlantischen Tiefs in Schach gehalten - und nebenbei auch viel Sonnenschein gebracht.
Besonders auf den Bergen in der Mitte und im Süden Deutschlands präsentierte sich der November extrem sonnig. Insgesamt lag der vom Wetterdienst ermittelte Sonnenschein-Mittelwert mit etwa 95 Stunden um 75 Prozent über dem langjährigen Normalwert von 53 Stunden. Vor allem an vielen Bergstationen wurden neue Monats-Rekorde aufgestellt. So meldete beispielsweise Schmücke im Thüringer Wald mit einer Sonnenscheindauer von 157 Stunden fast viermal so viel wie üblicherweise. Den Spitzenplatz in absoluten Zahlen aber erreichte die Mess-Station in Chemnitz: Dort schien die Sonne mit etwas mehr als 167 Stunden am längsten; üblich sind in der am Rande des Erzgebirges gelegenen Stadt 60,3 Stunden. Geradezu düster war es dagegen in Schönhagen im Norden Schleswig-Holsteins: Mit nur 31 Stunden - normal sind 52 Stunden - blieb das Ostseebad der sonnenscheinärmste Ort Deutschlands.
Spitzenwerte können die Meteorologen bei den Temperaturen zwar nicht vermelden. Aber auch diese Werte zeigen eindrücklich, wie außergewöhnlich angenehm der November in diesem Jahr war. Wärmster Ort war - wie wegen der Ausstrahlung der vergleichsweise warmen Nordsee eigentlich immer - Helgoland. 8,2 Grad warm war es auf dem roten Felsen im November-Durchschnitt, 0,6 Grad mehr als üblich. Vergleichsweise richtig mollig war es allerdings am kältesten Ort der Republik, der Zugspitze: An der Messstation dort wurde ein Monatsmittel von minus 1,2 Grad registriert. Normal sind knackige minus 7,1 Grad.
Was bedeutet "nie"
Hartmut Jacques (GeoffBTate)
- 02.12.2011, 13:18 Uhr
Bitte schön gern geschehen
Closed via SSO (chemieguenter)
- 01.12.2011, 09:36 Uhr
Ei, der Daus...
Bertram von Steuben (Elim_Garak)
- 01.12.2011, 06:06 Uhr
Danke
Closed via SSO (chemieguenter)
- 30.11.2011, 19:08 Uhr