18.01.2012 · Rettungstaucher haben am Donnerstag die Suche nach Vermissten im Wrack des Kreuzfahrtschiffs fortgesetzt. Hoher Wellengang könnte ihre Arbeit allerdings gefährden. Mehr als ein Dutzend deutsche Passagiere der „Costa Concordia“ werden noch vermisst.
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und wenn es sich wirklich so zugetragen hat?
möglich ist es ja zumindest.... laut einem spiegel-bericht, existiert in der tat eine seekarte, in der dieser felsen eben NICHT eingezeichnet ist. schettino sagte aus, er habe auf sicht gefahren-demnach konnte er in verbindung mit einer fehlerhaften seekarte den felsen nicht ausmachen. des weiteren geht aus der lloydlist hervor, dass die concordia im august exakt die gleiche route gefahren ist. daraus ist ebenfalls zu schließen, dass schettino von dem felsen nichts wusste-sonst hätte er sich doch nicht ein weiteres mal in gefahr gegeben. offenbar hatten sie damals aber glück und haben den felsen umschifft. ebenfalls muss man dem kapitän zu gute halten, dass er das schiff auf den felsen "abgelegt" hat. bei einer fahrt in tieferes wasser hätte es womöglich mehr tote und definitiv eine umweltkatastrophe gegeben, da in der kurzen zeit das abpumpen des treibstoffs nicht möglich gewesen wäre.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 23:38 UhrWer glaubt an ein gekonntes "Ablegen" auf dem Felsvorsprung ?
Ich jedenfalls nicht. Schettino hat so ungefähr nichts richtig gemacht was man hätte richtig machen können. Vielleicht ist sein vollständiges Versagen auch auf einen Schock zurückzuführen. Dann aber davon auszugehen das er das Schiff noch bewusst und gekonnt auf dem Felsvorsprung geparkt hat - das erscheint fraglich. Das das Schiff relativ günstig zum Liegen kam, dürfte eher Zufall / Glück als Können sein.Wer den Kollisionsfelsen auf den Seekarten nicht erkennen kann, der wird erst recht bei Dunkelheit kein Kreuzfahrtschiff gezielt auf einem Felsen ablegen können. Schettino wird diese Interpretation aber sicher gut gefallen, am Ende lässt er sich noch als Helden feiern...
Die Forderungen nach einem Helden, der auf der Brücke ausharrt und
mit ruhiger Bestimmtheit die Rettung leitet ist angesichts der
Dimensionen absurd!
Das Schiff ist riesig, die Mannschaft gross an Zahl, es herrscht Dunkelheit.
Der Kapitän hat mit seinem Manöver, das Schiff auf Grund zu
setzen seinen Teil an der Rettung von Tausenden getan. Die Schuldfrage
wird noch geklärt.
Wenn unter solchen Bedingungen dann vieles doch funktioniert, ist das
der Zivilcourage, der Besonnenheit und dem Mut vieler Beteiligter, die
an ihrem Ort das Richtige tun, zu verdanken.
Das sind dann die vielen kleinen Helden, auf die es ankommt!
Sicher nicht absurd...
Es ist sicher nicht absurd von einem Kapitän auch heute noch das Verharren auf der Brücke bzw. dem Schiff zu erwarten. Im Notfall leitet der Kapitän die Evakuierung eines Schiffes, und das ist eben nur vom Schiff aus selbst möglich. Selbst bei sehr wohlwollender Betrachtung lässt sich nicht erkennen worin der Vorteil für die Passagiere liegen soll das Weite mit dem Taxi zu suchen...
Er war doch schon am Felsen vorbei ...
wenn ich auf ein Hindernis zufahre, kollidiere ich zuerst mit mit dem
vorderen Bereich.
Hier hat aber die Berührung erst im hinteren Bereich ihre Spuren
hinterlassen, sogar das seitlich weit ausladende Stabilisierungsruder
zeigt keinerlei Beschädigungen.
Es muss also in unmittelbarer Nähe zur Felsnase ein
Fahrmanöver eingeleitet worden sein, welches das Heck gegen selbige
drückte, das Schiff ist sozusagen "in Schrägfahrt"
mit dem Hindernis kollidiert.
Im übrigen finde ich das "Ablegen" des Schiffes in
Ufernähe als die eigentliche Meisterleistung.
... nein, er fuhr drauf zu
"Ich fuhr auf Sicht weil ich den Meeresgrund gut kannte, ich habe
dieses Manöver drei oder vier Mal durchgeführt, aber dieses
Mal habe ich die Wende zu spät befohlen, das Schiff geriet in zu
flaches Wasser. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte."
Die Verteidigungs- bzw. Erklärungsversuche von Kay Peters erstaunen
und lösen bei mir Fremdschämen aus. Alleine die Tatsache das
der "Kapitän" vorzeitig sein Schiff verlassen hat und die
Beine in die Hand genommen hat sagt alles. Ein solcher Feigling sollte
von niemandem in Schutz genommen werden. Natürlich können auch
einem Kapitän Fehler unterlaufen, aber dann steht man zu seinem
Fehler und bleibt auf dem Schiff bis jede Person an Bord gerettet ist.
Die meisten Kapitäne hätte genauso gehandelt, es gibt zahllose Beispiele.
Recht gebe ich Kay Peters bzgl. der Schwierigkeit von Rettungen unter
solchen Bedingungen. Bei normalen Rettungsübungen werden allen
Passagieren Sammelpunkte - z.B. im Hauptspeisesaal - zugewiesen. Dort
soll man dann ruhig warten bis man ggf. zu den Booten gebracht wird.
Sobald Panik - z.B. wegen Schräglage - ausbricht, funktioniert das
mit keiner Besatzung der Welt. Fast alle Menschen wurden gerettet, viele
Retter müssen also sehr gut gearbeitet haben.
Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils
Es geht nicht um eine Verteidigung oder Erklärung eines Fehlverhaltens!
Mich stören die widersprüchlichen und teilweise
hahnebüchenen Vorwürfe von selbsternannten Experten aller Art.
All diese sogenannten "Tatsachen" sind doch zum grössten
Teil nur Mutmassungen und haben mehr mit der Suche nach einem
Sündenbock zu tun als mit Aufklärung...
Sicher hat das Schiff so nah an der Küste nix zu suchen, schon gar
nicht mit 12 kn; aber das gehört wohl zum Traumschiffzirkus dazu
und wird gross beklatscht, solange es gut geht.
Was ist Fremdschämen?
Ich würde ja nun doch gerne langsam Unterwasserfotos der Kollisionsstelle sehen. Trifft zu, was man im Internet finden kann, dann könnte man zu dem Schluss kommen, Kapitän Schettino hätte versucht, zwischen den beiden Felsen des Riffs 'Le Scole' durchzufahren. Das scheint, dem Augenzeugenbericht einer Inselbewohnerin zufolge, im August vergangenen Jahres schon einmal gut gegangen zu sein – allerdings bei Tageslicht. Ein offenbar beliebter Sport bei Kreuzfahrerkapitänen, die sich damit beweisen wollen, wer die dicksten Eier hat.
Wie bei der "Love Parade": erstmal einen Schuldigen aussuchen, dann aufklären
Umgekehrt wäre es richtig.
Ich möchte nicht in der Haut....
des Kapitäns und seiner Offiziere stecken.
Übrigens soll ein ehemaliger Kapitän als Urlauber auf dem
Schiff das Kdo übernommen und Anweisungen zur Rettung gegeben
haben. Nicht nur der Kapitän will ins Rettungsboot gestürzt
sein, sondern auch der 2.und 3. Offizier. Was für Zufälle?
Eigentlich zu viele. Kein Wunder, wenn ein alter pensionierter
Kapitän sich der Dinge annehmen muss.
Vielleicht ein wenig frevelhaft...
...an die alte Anekdote von den drei kürzesten Büchern der Welt zu erinnern: Englische Küche, deutscher Humor und italienische Heldengeschichten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 13:35 UhrRichtig wäre...
... 'Das große Buch der amerikanischen Kultur', 'Geheimnisse der englischen Küche' und 'Italienische Heldensagen', aber ansonsten kann ich ihnen nur zustimmen... Es hört sich wirklich nach einem typischen Italiener an... Nein, das ist kein Vorurteil!
Die besten Kapitäne stehen immer an Land (2)
Auf den bisher bekannten Kursplots ist tatsächlich kein Hindernis
zu sehen, und die Wassertiefe mehr als ausreichend...
Immerhin hat dieser angeblich unfähige, unter Drogen stehende
Schönwetterkapitän relativ geistesgegenwärtig das
Riesenschiff nach der Havarie auf engstem Raum gewendet und auf Grund gesetzt.
Ein Blick auf die Karte zeigt, das dafür nicht viel Grund vorhanden
war; einige Meter weiter östlich wäre das Schiff mit Mann und
Maus versunken und man könnte froh sein, wenn es 16
Überlebende gegeben hätte!
Das der Kapitän angesichts des Disasters ziemlich unter Schock
stand und nicht wie in einer Übung alles richtig machte, ist wohl
nur zu verständlich...
Passagiere, die "um einen Platz in den Rettungsbooten haben
kämpfen müssen" sind sicher nicht geeignete Zeugen,
sondern Teil des Problems.
4500 Personen in der Nacht geordnet von einem sich neigenden Schiff zu
evakuieren ist eine unlösbare Aufgabe, allein die Problematik des
Zuwasserlassens der Rettungsboote!
Die besten Kapitäne stehen immer an Land...
In Ermanglung neuer Erkenntnisse wird jetzt der Kapitän
systematisch "fertiggemacht".
So hat er angeblich inmitten der Katastrophe in Damenbegleitung im Salon
Essen bestellt, während er persönlich das Schiff gesteuert hat.
Dann hat er, während die Mannschaft ("Meuterei")die
Evakuierung selbst in die Hand genommen hat, das Schiff verlassen. Das
Telefongespräch mit der Hafenbehörde wird als Indiz für
Drogenmissbrauch herangezogen...
Merkwürdigerweise gibt es sehr widersprüchliche Angaben
über den Kurs des Schiffes in den entscheidenden Minuten, obwohl
jeder Kartenplotter wie auch jedes billige Navi eine Trackingfunktion
hat und der genaue Kurs mit sehr grosser Präzision nachvollzogen
werden kann (DGPS o.ä.).
Es sollte also sehr einfach sein festzustellen, ob ein erfahrener
Kapitän trotz modernster Navigationshilfen (Kartenplotter mit
Radaroverlay etc. etc.) fahrlässig einen Felsen in weniger als 50m
Entfernung von der Küste überfahren hat.
@ Kay Peters
Mir kommt das alles auch ziemlich komisch vor.
Ich habe schon in einem anderen Thread darauf hingewiesen, daß
diese Riesendampfer mit ECDIS ausgerüstet sind und es
merkwürdig ist, daß dieses Navi die Felsen übersehen
haben soll.
Irgendwas stimmt hier nicht, besonders mißtrauisch macht mich,
daß unisono der Käptn zum alleinigen Sündenbock gemacht wird.
Mein Tip ist immer noch, daß das Navi einen Blackout hatte und der
Käptn auf einmal sich mit ein paar Felsen konfrontiert sah, die
nicht auf der elektronischen Seekarte verzeichnet waren.
Na da kann der Kapitän ja froh sein, daß sein Traumschiff nicht an einer Kannibalen-Insel
zerschellt ist. Denn wer zuerst kommt, der grillt zuerst.
Der armer Kapitän ist also beim Retten in ein Rettungsboot gefallen. Der arme Mann kann einem richtig leidtun.
Der Kapitän sagte aus, er sei in ein Rettungsboot gestürzt
Erstaunlich, bei einem knapp 300 Meter langen Schiff so präzise zu
stürzen, dass man mittig im Rettungsfloß von ca. 3 Meter
Durchmesser, also 1% von der Schiffslänge, aufschlägt. Das ist
eindeutig ein Anwärter auf die dümmste Ausrede des Jahrzehnts.
Und selbst wenn er die Fallsucht hatte (angetrunken?), dann trägt
er als oberster Offizier dennoch die ganze Zeit die Verantwortung.
Und ja, ich bin überzeugt, dass er mit klaren und deutlichen
Anweisungen und Durchsagen Todesfälle hätte vermeiden
können! Vielleicht nicht alle, aber die allermeisten. Im Krieg
bringt der geordnete Rückzug stets weniger Tote als die
unkoordinierte Flucht. Und von der emotionalen Belastung her ist das
durchaus vergleichbar.
der Schuldverschiebung und Salamischeiben kommt mir bekannt vor..
Er kann gar nichts dafür, er wurde ins Rettungsboot gefallen. Er
hätte das natürlich vorher erwähnen sollen, aber es hat
ja niemand gefragt.
Erst den großen Mann markieren, dann davonlaufen, wenn's ernst wird und nachher rumflennen und lügen, dass sich die Balken biegen, wenn man sich seiner Verantwortung stellen muss. Kennen wir das nicht ?
Fahrlässigkeit, Vorsatz, Un- / Glücks- Fall
Um 21:45 Uhr hat das Schiff den Felsen gestreift. Um 21:48 hat der 1. Offizier festgestellt, dass im Maschinenraum alles voller Wasser sei. Um 21:52 wendet das Schiff zur Insel hin. Um 22:45 beginnen die Passagiere das Schiff zu verlassen. Um 22:48 meint man vom Schiff: "Wir evaluieren den Schaden." Um 22:58 ertönt der Alarm. Um 23:15 beginnt das Wrack sich zu neigen. Um 00:42 behauptet der Kapitän telefonisch, noch an Bord zu sein mit rund 100 anderen Personen. Es stellt sich die Frage: wieviele Tote in Schwimmwesten hätten verhindert werden können und müssen? Fahrlässigkeit und später womöglich bedingt vorsätzliches Handeln durch Unterlassen? Nein, ins Rettungsboot gefallen!
Ich denke mal der Kapitän hat sich als Privatmann gerettet.
Von daher ist ihm kein Vorwurf zu machen. Hätte er sich als Kapitän versucht zu retten, sehe es natürlich anders aus. ;-)
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.01.2012 16:58 UhrRichtig...
...und außerdem läuft hier gerade eine scheußliche Medienkampagne gegen den Kapitän. Pfui!
Die drei Führungsoffiziere in einem Rettungsboot und der Commandante "stolpert" rein?
Wenn die drei wirklich in einem Boot gesessen haben spricht wirklich
einiges dafür, dass alle drei grob Fahrlässig gehandelt sowie
ihrer verdammten Pflicht nicht nachgekommen sind.
Ob mit der Anwesenheit der drei Offizier eventuell Todesopfer vermeidbar
gewesen wären kann ich mir nicht vorstellen und wird man im
Nachhinein nicht feststellen können.
Schon ein ziemlich starkes Stück.