Der öffentliche Nahverkehr war in den vergangenen Jahren öfter ein Ort, an dem Jugendliche brutal Erwachsene attackierten - wie in München im Dezember 2007: Ein 17 Jahre alter Grieche und ein 20 Jahre alter Türke fügten dort in einer U-Bahn-Station einem Rentner lebensgefährliche Verletzungen zu. Der 76 Jahre alte pensionierte Lehrer hatte sie zuvor in der U-Bahn aufgefordert, das Rauchen einzustellen. Im Januar 2008 verprügelten sieben Jugendliche im Alter von 17 bis 21 Jahren nachts einen U-Bahn-Fahrer in Frankfurt. Sie griffen den 43 Jahre alten Zugführer an einer Haltestelle an, nachdem sie in einer Bahn Trennwand und Fensterscheiben eingeschlagen hatten und dann ausgestiegen waren. Im November 2008 schlug ein 18 Jahre alter Jugendlicher in der Stuttgarter Stadtbahn nachts einen 53 Jahre alten Mann nieder. Dieser hatte sich zuvor bei ihm und einem anderen Jugendlichen über Musik aus den Handys beschwert.
Trotz dieser Fälle werden nach der im Juni vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2008 weniger junge Menschen kriminell. Die Zahl tatverdächtiger Jugendlicher (14 bis unter 18 Jahre) nahm 2008 im Vergleich zum Vorjahr ab - um 4,2 Prozent auf 265 771. Die Zahl gefährlicher und schwerer Körperverletzungen durch Jugendliche sank um 5,6 Prozent und der Anteil Jugendlicher an der Gesamtzahl der Verdächtigen um 0,3 Prozent auf 11,8 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen in der Altersgruppe der Heranwachsenden (18 bis unter 21 Jahre) ging um 2,3 Prozent auf 237 190 zurück. Dass Jugendgewalt in Deutschland leicht rückläufig ist, ist weiter ein Ergebnis einer im März vorgestellten Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. 2007 und 2008 hatte das Institut 44.610 Fünfzehnjährige befragt.