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„Christopher Street Day“ : Dresden fährt der CSD-Saison voraus

  • -Aktualisiert am

CSD-Teilnehmer in Hannover Bild: dpa

In vielen deutschen Städten sind die ersten „Christopher Street Days“ gestartet. In Dresden mit lautstarken Forderungen: Sachsen hinkt bei der Gleichberechtigung hinterher.

          Die Saison der „Christopher Street Days“ (CSD) ist eröffnet. Fast 3000 Schwule, Lesben und Transsexuelle zogen laut Polizei am Samstag mit Umzugswagen und lauter Musik durch Dresden. In Karlsruhe feierten rund 1000 Menschen unter dem Motto „Liebe. Mit Recht.“ Und schon am vorvergangenen Wochenende kamen Tausende nach Hannover.

          Der CSD soll daran erinnern, wie sich im Jahr 1969 erstmals Homosexuelle in der New Yorker Christopher Street gegen eine willkürliche Polizeirazzia wehrten. Mit den bunten Auftritten werden politische Forderungen verbunden. In Dresden lautete das Motto: „Gleiche Pflichten - Gleiche Rechte“.

          Der Dresdner Umzug ist nicht zu vergleichen mit den Veranstaltungen in Berlin, Köln oder München, die Hunderttausende anlocken. Er ist aber der größte in Sachsen und strahlt in den ganzen Freistaat aus. Im vergangenen Jahr drohte der CSD in Dresden noch mangels Masse auszufallen, schließlich fiel er beinahe dem Wetter zum Opfer. Dieses Mal stellte ein neuer CSD-Verein ein beachtliches Programm auf die Beine. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz wurden als Schirmherrinnen gewonnen.

          Die Veranstaltung ist also fast schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen – da kam es doch noch zu einem kleinen Skandal. Die Veranstalter hätten gern zur Parade die Regenbogen-Fahne rund um das Rathaus aufgezogen. Das wurde ihnen unter Hinweis auf die sächsische Flaggenverordnung verwehrt. Ein Eilantrag der Fraktionen von SPD, Grünen und Linken im Dresdner Stadtrat, der eine Beflaggung ermöglichen sollte, wurde von der Oberbürgermeisterin zurückgewiesen, weil der Stadtrat dafür nicht zuständig sei. Von ihrer Schirmherrschaft wurde sie trotzdem nicht entbunden.

          Auch bei der Finanzierung der Paraden zeigt sich, dass nicht alle so begeistert sind wie die Teilnehmer selbst. So sucht der CSD-Stuttgart für seinen Umzug am 28. Juli noch immer einen Schirmherrn, am liebsten einen Unternehmer. Die Resonanz in der Wirtschaft ist aber gering.

          Ganz oben auf der Liste der Forderungen in Dresden steht die rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Sachsen ist das letzte Bundesland, in dem es diese Gleichstellung noch nicht gibt. Viele Landesgesetze sind noch nicht dem Gleichstellungsgrundsatz angepasst. Die Initiative 2=2 hat schon eine Petition von 4500 Unterzeichnern in den Landtag eingebracht. Das Fest am Samstag endete aber versöhnlich: mit einem Straßenfest und einer Party, der „Gaylaktika“, im ehemaligen Kraftwerk Mitte.

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