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Christine Meißner „Ich habe Angst vor Arbeitslosigkeit“

08.11.2007 ·  Sie wurde in Marzahn geboren und lebt gern in ihrer Heimat. Christine Meißner kann nicht nachvollziehen, dass Marzahn als gefährlich gilt. „Hier werden um 18 Uhr die Bordsteine hochgeklappt“. Sorgen macht ihr, dass viele Eltern ihre Kinder nicht erziehen, sondern im Jugendzentrum „abgeben“.

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Geboren am 20. Mai 1989 in Marzahn. Sie ist im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Restaurant-Fachfrau im Restaurant Theodor Tucher in Berlin-Mitte: „Danach möchte ich gern ins Ausland, am liebsten nach Österreich, um eine neue Gegend und eine neue Kultur kennenzulernen. England reizt mich auch.

Glücklichsein heißt für mich, gesund zu sein und Freunde zu haben, aber es muss natürlich auch finanziell stimmen. Ich werde nach meiner Ausbildung übernommen, aber trotzdem habe ich Angst vor Arbeitslosigkeit. Man sieht so viele, die arbeitslos sind, das möchte ich nicht, ich möchte etwas tun für mein Geld. Ich habe mein ganzes Leben in Marzahn gelebt. Mir gefällt, dass hier meine Freunde leben. Was mir nicht gefällt, ist, dass manche Straßen so unsauber sind. In den Medien wird Marzahn immer dargestellt, als sei es total gefährlich, dabei werden hier um 18 Uhr die Bordsteine hochgeklappt.

Man kann nichts bewirken

Ich weiß nicht, ob mir das Leben in der DDR gefallen hätte, man war ja doch eingesperrt und nicht im Westen. Wenn die Verwandten dann irgendwo anders wohnen, das stelle ich mir hart vor. Bei den Älteren spielt es noch eine Rolle, ob jemand Ossi oder Wessi war, bei mir auf der Arbeit nicht, da spielen ja auch Nationalitäten keine Rolle mehr.

Ich habe oft das Gefühl, egal, wofür man sich einsetzt, wenn man keine Mehrheit hat, kann man nichts bewirken, und was am Ende rauskommt, ist eh nur Schmarrn. Es macht mich traurig, dass niemand die Jugend an die Hand nimmt. Viele Eltern schicken ihre Kinder nur noch ins Jugendzentrum und sagen ihnen, sie sollen bloß nicht nach Hause kommen.

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