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China Holiday in Ice

China erlebt in Teilen des Landes den kältesten Winter seit 30 Jahren – aber nirgends ist er so farbenfroh wie beim alljährlichen Eisskulpturenfestival in der Stadt Harbin.

© AFP Vergrößern Hauptsache groß und bunt - Das Eisskulpturenfestival in Harbin.

In China müssen sich die Touristen derzeit eigentlich nicht bis in den hohen Nordosten des Landes wagen, wo in Harbin das alljährliche Schnee- und Eisskulpturenfestival gefeiert wird, um das Abenteuer schwer erträglicher Tiefsttemperaturen zu erleben. Denn auch in anderen Teilen des Landes leiden die Menschen unter dem kältesten Winter seit fast 30 Jahren. Aber nur in Harbin können die Touristen derzeit zwischen riesigen Gebilden aus Schnee und Eis herumspazieren. Die von innen bunt beleuchteten Tempelanlagen, Schlösser und anderen architektonischen Wunderwerke, die aus gefrorenem Wasser geschaffen wurden, heben sich am Abend farbenfroh vom Himmel ab. Grüne Torbögen und bunte Zwiebeltürme aus Eis bieten am Rand der einst von Russland besetzten Stadt im Grenzgebiet zu Sibirien die Kulisse für einen schönen Urlaubsschnappschuss an, sofern die Finger bei bis zu minus 35 Grad nicht vorher einfrieren.

Das Festival, das offiziell nun zum 29. Mal abgehalten wird, ist zu einer Institution in China geworden. Das Eis stammt größtenteils aus dem Songhua-Fluss und wird mit Motorsägen und anderen Geräten in Form gebracht. Wie in China üblich, wird dabei gerne einem gewissen Gigantismus gefrönt. Insgesamt sollen 180.000 Kubikmeter Eis und 150.000 Kubikmeter Schnee verbaut worden sein. Gut 7000 Menschen waren daran beteiligt. Für Harbin und Sponsoren wie die traditionsreiche Harbin-Brauerei ist das Festival ein gutes Geschäft.

A horse carriage carrying tourists travels past ice sculptures during the lights testing period of the 14th Harbin Ice and Snow World in Harbin Dieses Jahr haben die Künstler Märchenschlösser und Skulpturen von Märchenfiguren geschaffen, die von LED-Leuchten bunt gefärbt werden. © REUTERS Bilderstrecke 

Dafür sorgt der Rekordwinter in anderen Regionen Chinas für erhebliche Schwierigkeiten. Die Durchschnittstemperatur seit November habe bei minus 3,8 Grad gelegen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende. Im Nordosten seien durchschnittlich minus 15,3 Grad gemessen worden. In der Inneren Mongolei mussten bei Temperaturen bis zu minus 50 Grad Zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Dort bedeckt eine 1,30 Meter hohe Schneedecke mehr als 80 Prozent des Landes. Der Zeitung „China Daily“ zufolge fror die Laizhou-Bucht im Golf von Bohai auf einer Fläche von 291 Quadratkilometern zu. Fast 1000 Schiffe lägen fest. Anderswo wurden Autobahnen verschneit, im Süden brachte Nebel den Flugverkehr durcheinander, so dass Tausende Passagiere am Wochenende am Flughäfen in Kunming strandeten.

Quelle: F.A.Z.

 
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