10.05.2005 · Weil seit Jahren Zehntausende aus verarmten Dörfern in die Großstädte flüchten, gehören in China Bettler zum Alltag. Dalian im Nordosten Chinas hat jetzt als erste chinesische Stadt das Betteln an mehreren öffentlichen Orten verboten.
Dalian im Nordosten Chinas hat als erste chinesische Stadt das Betteln an mehreren öffentlichen Orten verboten. Dazu gehörten Luxushotels, die Büros der kommunistischen Partei und öffentliche Plätze sowie Touristenattraktionen und Hauptstraßen, berichteten die staatlichen „Beijing News“ am Dienstag.
Eine entsprechende Verordnung der Stadtverwaltung solle das Betteln in der Hafenstadt besser unter Kontrolle bringen und die öffentliche Ordnung aufrechterhalten.
Kluft zwischen Arm und Reich wächst
Betteln ist in China alltäglich geworden, da die Kluft zwischen städtischer und ländlicher Bevölkerung stetig größer wird. In den vergangenen Jahren sind Zehntausende Menschen vom Land in die Städte gekommen, um zu betteln. Einige von ihnen verdienen Berichten zufolge dabei mehr als Bauern. Außerdem soll es gut organisierte Banden geben.
Seit vergangenem Jahr versuchen große Städte wie Peking oder Guangzhou das Betteln an öffentlichen Plätzen zu unterbinden. Bettler werden regelmäßig festgenommen und in ihre Heimatorte zurück geschickt. Eine Verordnung gegen das Betteln hatte bisher aber keine Stadtverwaltung erlassen.