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Chemie Der erste Magnet aus Plastik braucht Kälte

20.11.2001 ·  Magnete müssen nicht länger aus Metall sein. In Nebraska haben Wissenschaftler nun einen Magneten aus Plastik hergestellt.

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Magnete müssen nicht länger einen grünen und einen roten Pol haben und vor allem müssen sie nicht länger aus Metall sein. In 13 Jahren Arbeit haben Andrzej Rajca und seine Frau Suchada von der University of Nebraska-Lincoln einen Magneten aus Plastik, also organischem Material auf Kohlenstoffbasis hergestellt. Damit haben sie Vorhersagen von vor mehr als 30 Jahren bestätigt.

Die magnetische Substanz besteht aus langen Ketten von Molekülen - so genannten Polymeren. Es ist kein Metall nötig, um Magnetismus zu ermöglichen. "Es gibt zwar schon organische (auf Kohlenstoff basierende) Magnete, aber die bestehen aus Kristallen", sagt Rajca. Der Polymer-Magnet verdiene als erster die Bezeichnung Plastik.

Instabil bei Raumtemperatur

Einen Haken hat die Sache. Die Magnete sind bei Raumtemperatur nicht stabil. Für sie darf es höchstens zehn Grad Kelvin (das sind minus 263 Grad Celsius) warm sein und sie brauchen eine Atmosphäre ohne Sauerstoff. Rajca ist jedoch zuversichtlich, dass diese Probleme gelöst werden können. "Wir haben die Vorhersage von Noburo Mataga bestätigt, dass es Magneten aus Plastik gibt. Er hat 1968 auch vorhergesagt, dass sie auch bei Raumtemperatur existieren können. Das schaffen wir auch noch." Er wies darauf hin, dass die Theroretiker den Experimentatoren immer voraus seien.

Über Anwendungen mag er noch nicht spekulieren. Erst müsse das Problem der Stabilität gelöst werden. Rajca sieht die Arbeit viel mehr als Grundlagenforschung und vergleicht sie mit einer Studie über die ersten leitenden organischen Polymere, die 20 Jahre nach der Entdeckung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Es gehe darum, zunächst zu zeigen, dass es grundsätzlich möglich sei, Magnete aus organischem Material herzustellen. "Wir versuchen hinter etwas vollkommen Neues zu kommen, das sich bisher niemand vorstellen konnte."

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