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Burj-Dubai-Turm Dubai greift nach den Wolken

22.07.2007 ·  Dreieinhalb Jahre war das Taipeh 101 mit 509 Metern das höchste Gebäude der Welt. Nun hat der Burj Dubai den Rekord übertroffen. Doch das nächste Bauwerk der Superlative ist schon in Sicht - es soll mindestens 1,2 Kilometer hoch werden.

Von Georg Küffner, Dubai
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Der Weltrekord ist gebrochen. Der zu Silvester 2004 eröffnete Rekordbau ist seinen Titel los sein. Rund dreieinhalb Jahre führte der nach der Anzahl seiner Stockwerke benannte und einschließlich seiner Antenne 509 Meter hohe Bau Taipeh 101 die Rangliste der höchsten Gebäude an. Jetzt gibt er die Spitzenposition an den Burj Dubai ab. Der hat, wie die Bauherren am Samstag bekanntgaben, nun eine Höhe von 512 Metern erreicht.

Weitere 20 Geschosse sollen in den kommenden Monaten noch aufgesetzt werden. Einschließlich einer stählernen Spitze wird das Gebäude mehr als 800 Meter hoch. Doch welche Höhe es genau erreichen wird, hält der Bauherr, der in Dubai ansässige Projektentwickler Amaar Properties, weiter geheim. Eines der beteiligten Bauunternehmen spricht von 810 Metern.

Schnellster Aufzug mit 65 Kilometern pro Stunde

Der von dem amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill (SOM) konzipierte Bau wird eine silbern leuchtende Aluminium-Glas-Fassade erhalten und damit als neues Wahrzeichen Dubais von weitem zu sehen sein. Die Nutzfläche des Turms von 280.000 Quadratmetern werden sich ein Hotel, luxuriöse Suiten, Büros, Apartments und mehrere Restaurants teilen. Auch vier Swimmingpools sind vorgesehen und eine Aussichtsplattform im 123. Stockwerk. Direkt an den Turm grenzt ein fünf- bis neungeschossiges Podium an, in dem außer Parkgaragen und Läden auch Fitnesscenter Platz finden werden. Die Geschossfläche liegt hier bei knapp 190.000 Quadratmetern.

Das Gebäude hat 54 Aufzüge. Der schnellste, ein Doppelstockaufzug, soll eine Geschwindigkeit von knapp 65 Kilometern in der Stunde erreichen. Merklich langsamer wird gerade das für den Bau des Turms benötigte Baumaterial nach oben befördert. Für diesen Zweck stehen mehrere außen an das Gebäude angeflanschte Baustellenaufzüge zur Verfügung. Die Fahrschienen dieser Aufzüge, deren Kabinen ringsum durch grobmaschige Drahtgitterwände begrenzt sind, wachsen mit dem Bau.

Knapp 300.000 Kubikmeter verbaut

Das tun auch drei Stahlrohrleitungen, durch die der Beton nach oben gepumpt wird. Mit einem Druck von bis zu 190 bar schieben Hochleistungspumpen, die eigens für derartige Projekte von der im schwäbischen Aichtal ansässigen Putzmeister AG entwickelt wurden, den Beton nach oben.

Knapp 300.000 Kubikmeter werden insgesamt verbaut werden. Rund 30 Minuten ist der Beton unterwegs, bis er die derzeitige Bauhöhe erreicht. Verwendet wird ein Spezialbeton, der eine dreimal höhere Festigkeit aufweist als die im normalen Geschossbau verwendeten Rezepturen. Wegen der Tagestemperaturen, die im Sommer über 50 Grad liegen können, wird nur nachts betoniert. Damit unter diesen extremen Witterungsbedingungen der Beton richtig abbindet, muss er gekühlt werden.

Burj Dubai nur Teil einer riesigen Baustelle

Das schafft man mit Hilfe von Eis, das der Sand-Kies-Zement-Mischung anstelle eines Teils des benötigten Wassers zugegeben wird. Die Betontemperatur muss unter 30 Grad bleiben. Bis der Beton in die Schalungen gegossen wird, darf er sich nur minimal erwärmen. Er muss schnell verarbeitet werden, auch deshalb, weil er viel schneller abbindet als Normalbeton.

Der Burj Dubai ist wegen seiner Höhe ein auffälliger Solitär. Doch er ist nur ein Teil einer gewaltigen Baustelle, auf der zur Zeit bis zu 20.000 Beschäftigte einen neuen Stadtteil in den Wüstensand setzen, der zu den prestigeträchtigsten der Welt zählen soll. Dazu gehören die Dubai Mall, das größte Einkaufszentrum der Welt, und mehrere exklusive Apartmentkomplexe. Dort entsteht auch die Old Town, ein Wohngebiet im traditionell-arabischen Baustil. Künstlich angelegte Seen, Parks und ein 3,5 Kilometer langer Boulevard gehören ebenfalls dazu.

Der nächste Rekordturm ist schon in Planung

All diese Superlative könnten schon bald verblassen. Denn der Immobilienkonzern Nakheel hat ein noch größeres Projekt angekündigt. Er will in Dubai einen 1,2 Kilometer hohen Turm bauen. Nakheel hat Erfahrung mit solchen Vorhaben. Das Unternehmen lässt zur Zeit drei palmenförmige aufgeschüttete Insellandschaften errichten. Eine vierte (“The World“) bildet die Silhouette der Kontinente vor Dubais Küste ab. Der Name des geplanten Turms ist mit „Al Burj“ (der Turm) schon gefunden.

Den idealen Standort hingegen sucht man noch. Der Turm soll von zwei bis zu 300 Meter hohen Antennen gekrönt werden, so dass Al Burj eine Gesamthöhe von 1500 Metern erreichen wird. Im Frühjahr hat Nakheel gemeldet, dass der Turm viermal höher als das Empire State Building (381 Meter ohne Antenne) werden wird. Das wären sogar mehr als 1500 Meter. Al Burj wäre dann dreimal so hoch wie der bisherige Rekordhalter, der Taipeh 101 in Taiwan.

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Jahrgang 1947, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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