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Brechdurchfall-Epidemie : Menschen sollen Virus mit aufs Schiff gebracht haben

  • Aktualisiert am

Großeinsatz auf der „MS Bellriva“ in Wiesbaden Bild: dpa

Gleich auf zwei Ausflugsdampfern sind am Wochenende Passagiere massenweise an Übelkeit und Brechanfällen erkrankt. In einem Fall können Lebensmittel als Ursache wahrscheinlich ausgeschlossen werden.

          Die Erreger der Brechdurchfall-Epidemie auf dem Rhein-Ausflugsdampfer „MS Bellriva“ sind vermutlich von einem Passagier oder Crew-Mitglied eingeschleppt worden. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können Lebensmittel als Ursache ausgeschlossen werden“, sagte der Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamtes, Holger Meireis, am Montag. Unklar bleibe aber, wer genau die Noroviren auf das Schiff brachte. „Das lässt sich niemals zurückverfolgen.“

          Auf der „MS Bellriva“ hatten sich am Samstag 72 Menschen mit dem Virus angesteckt und waren an Brechdurchfall erkrankt. Bis auf einen Passagier seien alle wieder gesund, sagte Meireis. Der Reederei könne kein Vorwurf gemacht werden. „Die Menschen sind nicht so hygienisch, wie sie oft glauben. Das ist der Motor einer solchen Infektion.“

          Nach Reederei-Angaben ist jeder Passagier beim Betreten des Schiffes aufgefordert, seine Hände zu desinfizieren. Aber nicht nach jedem Ausflug an Land kontrolliere man die zurückkehrenden Gäste, sagte der Geschäftsführer der betroffenen Reederei, Herbert Rösch. Er kündigte an, auch nicht erkrankten Passagieren den Reisepreis zu erstatten.

          Möglicher Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen

          Am Sonntag war damit begonnen worden, das Schiff zu desinfizieren. Am Dienstag soll es zum Heimathafen Köln-Deutz fahren. Die nächsten drei geplanten Kreuzfahrten der „MS Bellriva“ hat die Reederei abgesagt. Passagiere gehen erst am 22. Dezember wieder an Bord. 

          Auf einem Rhein-Ausflugsschiff in Baden-Württemberg waren am Sonntag mehr als 70  Passagiere an Übelkeit und Brechanfällen erkrankt. Das Rheinschiff war auf dem Weg  von Straßburg nach Breisach. Eine definitive Erklärung für die Massenerkrankung gibt es bisher nicht. Erst am Dienstag sei mit  dem Ergebnis der medizinischen Untersuchungen zu rechnen, teilte  die Polizei in Freiburg mit. Die Behörden  prüfen laut Polizei auch einen möglichen Zusammenhang mit einem  Norovirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff in Hessen.

          Auch von dem aus Straßburg kommenden Schiff waren mehrere  Passagiere am Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden. Von den fünf  in eine Breisacher Klinik eingelieferten Betroffenen waren am  Montag noch drei in stationärer Behandlung, wie die Polizei  erklärte. In Müllheim konnten alle vier Patienten das Krankenhaus  bereits wieder verlassen.

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