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Braveheart-Battle : Die härteste Schlammschlacht Deutschlands

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Rein in die Matsche: Ein Teilnehmer stürzt sich in die erste Schlammgrube. Bild: dpa

Laufen, Klettern, Tauchen, Springen: Die Braveheart-Battle im nordbayerischen Münnerstadt überstehen nur die Härtesten. Der 28 Kilometer lange Hindernislauf zwingt in diesem Jahr mehr Athleten als je zuvor zum Aufgeben.

          Sie quälen sich durch Matsch und kaltes Wasser, springen über Geröll und Feuer, irren durchs Strohlabyrinth. Bei der Braveheart-Battle gehen die Teilnehmer an ihre Grenzen. 28 Kilometer müssen die rund 2600 Männer und Frauen bei dem Extremlauf im nordbayerischen Münnerstadt am Samstag überwinden. Kostüme und Maskierungen sind fester Bestandteil der sportlichen Veranstaltung.

          Angemeldet waren ursprünglich 3400 Läufer, 800 traten nicht an. Das sei vor allem auf die Grippewelle zurückzuführen, so Pressesprecherin Ursula Schemm. Auch der 26-jährige Hagen Brosius musste auf seinen Laufpartner wegen der Krankheit verzichten. „Sowas muss man zusammen machen, sonst macht’s keinen Spaß!“, sagt der ehemalige Langstreckenläufer aus Ingolstadt.

          Er kommt als einer der Ersten ins Ziel. Die Bestzeit liegt bei zwei Stunden und 42 Minuten. Zusammenhalt hat einen hohen Stellenwert: Die Läufer ermutigen einander, helfen sich gegenseitig über schwierige Hindernisse wie glitschige Bretterwände oder Lehmgruben.

          Langstreckenläufer Hagen Brosius vergleicht die Vorbereitung auf einen Extremlauf mit der auf einen Marathon. Ausdauerläufe, Klimmzüge und Liegestütze gehören zum Trainingsprogramm. Mit winterlichen Badegängen im heimischen Baggersee härtet man sich ab.

          Noch können sie lachen: Ohne besondere Bemalung startet kaum ein Läufer ins Rennen. Bilderstrecke
          Noch können sie lachen: Ohne besondere Bemalung startet kaum ein Läufer ins Rennen. :

          „Das „Loch Ness“ ist eindeutig das härteste Hindernis“, meint Brosius. Dort müssen die Sportler einen etwa 200 Meter langen Flussabschnitt durchschwimmen und unter zwei meterlangen Boote durchtauchen. Schilder wie: „16 km ... Wer nicht kotzt, läuft nicht am Limit!“ und brüllende Drillsergeants geben dem Wettbewerb zusätzlich einen rauhen Anstrich. „Ich weiß es nicht, man sagt es halt, das Wasser hier ist schrecklich kalt“ - mit Schlachtrufen und Kampfgesängen spornen sich die Sportler gegenseitig an.

          Insgesamt müssen sie mehr als acht Mal in das drei Grad Celsius kalte Gewässer der Lauer. Mit dem Wetter haben sie mehr Glück: Sogar die Sonne zeigt sich. Wer sich „Braveheart“ nennen will, darf kein Hindernis auslassen und muss innerhalb von fünf Stunden das Ziel erreichen. Beim Strohlabyrinth werden die Teilnehmer anschließend mit Broten und Tee versorgt.

          Etwa die Hälfte der Teilnehmer erreicht innerhalb der vorgegebenen Zeit das Ziel. Deutlich weniger als üblich. In den Vorjahren waren es etwa 95 Prozent. Doch beim Durchqueren des Flusses Lauer versanken die Läufer teilweise bis zum Kinn im Wasser. Die Folge: Der Rettungsdienst muss viele Starter wegen Unterkühlung und Krämpfen behandeln.

          Schemm beurteilt die Braveheart-Battle 2015 als den bislang anspruchsvollsten und längsten. „Es war das härteste Rennen bisher und das letzte in Münnerstadt - wir verabschieden es mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte sie am Samstag. Im nächsten Jahr soll der Extremlauf im nahe gelegenen Bad Kissingen stattfinden.

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