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Brasilien Militär soll Mafia-Terror in Rio de Janeiro bekämpfen

 ·  Wenige Tage vor dem Karneval versetzen Drogenbanden die brasilianische Stadt in Angst und Schrecken. Plünderungen, Brandstiftung und Bombenexplosionen sind an der Tagesordnung. Jetzt sollen Elitesoldaten den Terror der Mafia bekämpfen.

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In wenigen Tagen beginnt der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro der Karneval. Doch statt ungetrübter Feierstimmung beherrscht Gewalt das Straßenbild. Seit Tagen gehen in der brasilianischen Karnevalshochburg Sprengsätze in die Luft, werden Busse in Brand gesetzt und Geschäfte geplündert. Nach Erkenntnissen der Behörden steckt die Drogen-Mafia hinter den Anschlägen. Die Zentralregierung in Brasilia kündigte deshalb an, auf Wunsch der Regierung des Landes Rio 3000 Elitesoldaten in die Stadt am Zuckerhut zu entsenden. Sie sollen für Ruhe und Ordnung sorgen.

Die Terrorwelle hatte am Montag begonnen. In wenigen Stunden wurden 32 mit Fahrgästen besetzte Busse in Brand gesetzt. In den feinen Südvierteln der Stadt explodierten Bomben und Granaten, Polizeiwachen wurden beschossen und Supermärkte geplündert. Banken, Läden und Schulen blieben den ganzen Tag über geschlossen. Hunderte Läden auch im Strandviertel Copacabana blieben zu, weil ihre Besitzer Drohungen erhielten. 15 Menschen wurden verletzt, Dutzende wurden festgenommen.

"Die Demokratie ist in Gefahr"

Die Polizei besetzte indessen im Kampf gegen den Terror das Armenviertel Lagartixa im Norden der Metropole. Dabei kam es nach Medienberichten vom Donnerstag zu einer Schießerei, bei der fünf Bewohner des Slums starben. Nach einer Krisensitzung in Brasilia schickte Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva zudem Justizminister Thomaz Bastos nach Rio. Er soll mit den Stadt- und Landesbehörden neue Maßnahmen gegen die Gewalt erörtern. „Die Demokratie ist in Gefahr“, warnte der nationale Sicherheitsbeauftragte Luiz Eduardo Soares.

Drahtzieher sitzt im Gefängnis

Bis zum Donnerstag ebbte die Terrorwelle zwar etwas ab, doch wurden weiterhin Busse angezündet. Bürgermeister César Maia vermutet, dass hinter den Übergriffen der im Hochsicherheitsgefängnis Bangu I in Rio inhaftierte Anführer der Drogenmafia „Rotes Kommando“, Fernando Beira-Mar, steht. Er habe damit seinen wachsenden Einfluss auf den Drogenhandel in Rio beweisen wollen.

Das „Rote Kommando“ versucht, die Vorherrschaft unter den Drogenbanden zu erringen. Die marodierenden Gruppen wurden vom Gefängnis aus befehligt und haben die Anweisungen offenbar direkt von Beira-Mar erhalten. In den brasilianischen Haftanstalten ist der Gebrauch von Mobiltelefonen unter Gefangenen gang und gäbe, die Häftlinge kommen über korrupte Wächter an die Apparate. Beira-Mar sei deshalb von seinem Gefängnis in Rio in eine Hochsicherheitsanstalt im Land Sao Paulo verlegt worden.

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