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Bilder aus dem Weltall Nachtflug über Frankfurt

 ·  Von der Internationalen Raumstation ISS haben Astronauten spektakuläre Bilder von Frankfurt und Berlin gemacht.

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© Esa/Nasa Ein Blick aus der Internationalen Raumstation ISS auf das Rhein-Main Gebiet. Der Flughafen ist besonders gut zu erkennen.

Einen Blick auf das nächtliche Frankfurt, wie es ihn in auch nur annähernder Qualität bislang nur noch von der deutschen Hauptstadt gibt, haben die Astronauten von der Internationalen Raumstation (ISS) eingefangen. Die Bankenmetropole lässt sich ohne Schwierigkeiten am Flughafen erkennen, der besonders durch die Startbahn West (links) und die Landebahn Nordwest (oben links) unverwechselbar ist.

Vom Streit über die Lärmbelästigung durch startende und landende Flugzeuge ist rund 390 Kilometer über der Erde, wo die Raumstation derzeit ihre Kreise zieht, nichts zu bemerken. Auch die Bankhochhäuser fallen nicht weiter auf - anders als das ehemalige Güterbahnhofsgelände, auf dem derzeit das Europaviertel entsteht und das neben dem Stadtzentrum als Lichtermeer glänzt.

Das Bild wurde innerhalb einer vierzigstel Sekunde mit einer Nikon-Kamera eingefangen, die zu der Zeit mit einem 400-Millimeter-Objektiv bestückt war. Dem Fotografen stand dabei nur eine einfache manuelle Nachführhilfe zur Verfügung, mit der vor allem der europäische Astronaut Paolo Nespoli im vergangenen Jahr großartige Nachtaufnahmen zustande gebracht hat. Sie reichte häufig aus, die Bewegung der Raumstation, die sich in jeder Sekunde ungefähr sieben Kilometer fortbewegt, weitgehend zu kompensieren.

Ein noch besserer Ausgleich ist mit der automatischen Nachführhilfe möglich, die der europäische Astronaut André Kuipers im vergangenen Dezember auf dem Flug zur Raumstation in seinem Gepäck hatte. Das „Nightpod“-System, das sich noch in der Erprobung befindet, ist allerdings sehr groß und kann nicht vor jedem Fenster der ISS montiert werden, sondern nur in der „Cupola“, der unter den Raumfahrern wegen ihrer Aussicht zu allen Seiten besonders beliebten Kuppel.

Besonders in ihrer Freizeit am Wochenende würden am liebsten alle Astronauten der ISS ihre Nase an den Fenstern der „Cupola“ plattdrücken. Mit ihnen muss sich der jeweilige Fotograf - oft Kuipers selbst - arrangieren. Die Vorteile des „Nightpod“, das auch bei längerer Belichtung noch scharfe Aufnahmen ermöglicht und wegen der langen Belichtungszeit kaum Hintergrundrauschen auf den Bildern entstehen lässt, kann aber nicht genutzt werden, wenn die Astronauten mit einer längeren Brennweite des Objektivs - 400 oder 800 Millimeter - die Erde zu sich „heranholen“ und auch kleinere Details noch aufs Bild bannen wollen.

Darauf weist Massimo Sabbatini hin, der das Erasmus-Zentrum des Direktorats für bemannte Raumflüge der Esa leitet. Denn das Glas der Fenster der „Cupola“, das aus fünf Schichten mit unterschiedlichen Funktionen besteht, bietet unter anderem einen besonderen Schutz gegen Strahlung. Einen Schutz, wie ihn in diesem Ausmaß nicht alle Fenster der Raumstation gewähren. Dafür ist es nicht ganz so klar und daher für das Fotografieren mit langen Brennweiten nicht geeignet.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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