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Berlin Gibt es ein Leben ohne „Paris Bar“?

23.11.2005 ·  Die „Paris Bar“ ist in West-Berlin, was das „Borchardt“ nach dem Fall der Mauer für das neue Berlin wurde: ein Treffpunkt für Stars, Intellektuelle, Künstler, für Berliner und Besucher. Seit Montag steht das Restaurant unter Insolvenzverwaltung.

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Seit Montag steht die „Paris Bar“ an der Kantstraße in Berlin unter Insolvenzverwaltung. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch, nachdem einige Zeitungen über Gerüchte von Steuerrückständen und unbezahlten Rechnungen berichtet hatten.

Die „Paris Bar“ ist eigentlich ein Restaurant. Gegründet wurde es für französische Soldaten und Offiziere, die nach dem Krieg bis zum Abzug der alliierten Besatzungstruppen in Berlin stationiert waren. „Man spricht Deutsch“ stand auf einem Schild am Fenster, und wer darüber lachte, wurde noch in den siebziger Jahren von Kellner Bubi streng ermahnt und historisch belehrt.

Das „Borchardt“ von West-Berlin

Das hinderte den korpulenten Ober jedoch nicht, mit unnachahmlicher Eleganz das „Omelette Surprise“ zu flambieren, das Berliner Studenten dort gern aßen. Auch das „Steak minute“, ebenfalls für fünf Mark, war sehr beliebt bei denen, die im nahegelegenen „Wissenschaftlichen Landesprüfungsamt“ eines der vielen Lehrerexamen abgelegt hatten.

1979 übernahm Michel Würthle die „Paris Bar“ und machte aus ihr einen Treffpunkt für die elegante Welt. Wenige gehörten, wie der ehemalige Innenminister Otto Schily, zu den Stammgästen beider „Paris Bars“. Während der Filmfestspiele ist die „Paris Bar“ der Ort, an dem man gesehen werden will - laß doch die anderen sich auf dem roten Teppich erkälten. Die „Paris Bar“ ist in West-Berlin, was das „Borchardt“ nach dem Fall der Mauer für das neue Berlin wurde: ein Treffpunkt für Stars, Intellektuelle, Künstler, für Berliner und Besucher.

Quelle: F.A.Z. (mk.), 24.11.2005, Nr. 274 / Seite 9
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