17.03.2012 · Im Schloss Bellevue regieren die wirklich feinen Sitten. Es empfängt den Gast so, dass er sich seiner Bedeutung bewusst wird, und das Staatsoberhaupt ist auch im Binnenbetrieb der Verwaltung namenlos - immer der Herr Bundespräsident.
Von Günter BannasRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
zeigt die Uhr, wie passend, was Herr Abbas von der
Palästinensischen Behörde dem Bundespräsidenten wohl
geschrieben hat, kann jemand freundlicherweise übersetzen?
Das aufstehen wenn der Herr Bundespräsident hereinkommt erinnert
mich an die Bundeswehr dort hies es: alles auf Achtung wenn der Cher
hereingekommen war. Ich will ja gar nicht lästern ich denke das
ganze ist nicht übertrieben und äußere Formalitäten
sind manchmal sehr hilfreich.
Ich frage mich wer ob der Gast mitentscheidet wie der Besuch
abläuft. Insbesondere der Einsatz des Wachbataillons beim
Pabstpesuch zB hatte ja auch etwas eigenartiges.
Formal ist er wohl Staatsoberhaupt des Vatikan, aber immer dieses zeigen
der alten Karabiner in Verbindung mit Marschmusik, schon seltsam.
Nur keine Panik
Das Alles ist internationales Protokoll. Die Präsentation der Waffen hat eine symbolische Bedeutung. Sie zeigt das Gewaltmonopol des Staates nach innen und außen für welches der Amtsträger (hier auch symbolisch) in der Verantwortung ist. Die Bundeswehr ist im Vergleich zu den Sitten z.B. bei der British Army ein recht lockerer Verein. Auch hier spielt viel Symbolik (der Verantwortung) mit.
Das sind international gepflegte Rituale, @Herr Keller,
Rituale mit historischem Bezug. Andere Staaten zeigen vielleicht historische Uniformen, die Bundeswehr den Karabiner 98k, mit dem die Präsentiergriffe in der traditionellen Form funktionieren. Gespielt wird beim Abschreiten der Front der "Preussiche Präsentiermarsch", der keine eigentliche Marschmusik ist, weil (für den bestimmten Zweck) im Tempo viel zu langsam.
Ein würdiges Gehäuse für das auf Zeit gewählte Staatsoberhaupt des deutschen Volkes
Ästhetik pur. Das hervorragende Foto des crèmefarbenen Gebäudekomplexes unter dem bewegten graublauen Himmel führt die ganze Schönheit der Schlossanlage anschaulich vor Augen. Gerade die weitgehende Schmucklosigkeit und Strenge der klassizistischen Fassade strahlt, ohne protzig zu wirken, eine Würde aus, der man sich schwerlich entziehen kann. Edelstes Preussentum.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.03.2012 12:29 UhrMit Verlaub, @Herr Mock
Hab mich schlau gemacht (in Wikipedia). Bauzeit war 1785-1786. Der
Architekt Michael Philipp Boumann, geb. 1747 in Potsdam, gest. 1803 in
Berlin. Als wenn det keen Preusse war...
Beim Baustil war ich mir auch nicht so sicher. Wikipedia schreibt:
frühklassizistisch.
Ja, der Ehrenhof ist ganz tadellos
Die Gartenseite mit dem Traufabschluß (!) über dem
Mittelrisaliten aber schon sehr fragwürdig.
Im Übrigen ist dies kein Klassizismus (peußischer schon gar
nicht), sondern Barock.
... ist die Ausstattung des Gebäudes trotz der letzten Renovierung nicht annähernd auf dem Niveau vergleichbarer Bauten vergleichbarer Länder. Ähnlich wie bei unseren Botschaftsresidenzen. Das ist dann allerdings- immerhin im Wortsinn- sehr repräsentativ für unser Land.