http://www.faz.net/-gum-793wn

Belize : Arbeiter machen aus Maya-Tempel Baumaterial

  • Aktualisiert am

Der Bagger trägt die Steine an dem historischen Tempel ab. Bild: AP

Die Bauarbeiter rissen den über 2000 Jahre alten Maya-Tempel ab und nutzten die Steine der Pyramide, um in einer nahegelegenen Ortschaft eine Straße auszubessern.

          Bauarbeiter haben einen über 2000 Jahre alten Maya-Tempel in dem zentralamerikanischen Staat Belize abgerissen. Die Steine der Pyramide Noh Mul im Norden des mittelamerikanischen Landes nutzten sie, um eine Straße in der nahe gelegen Ortschaft Douglas aufzufüllen, wie der Fernsehsender Channel 7 auf seiner Internetseite berichtete. Nur noch ein kleiner Teil der Anlage sei übrig. „Ich bin entsetzt“, sagte Allan Moore vom Nationalen Institut für Archäologie dem Sender. „Die Zerstörung ist unglaublich.“

          Demnach schlugen die Bauarbeiter mit schwerem Gerät die Steine aus der Anlage. Die Bagger hätten so tief in das Gebäude hineingegraben, dass die Reste beim nächsten Regen einstürzen könnten, befürchten die Wissenschaftler.

          Rechtliche Schritte gegen das Bauunternehmen

          Zwar handele es sich bei der religiösen Stätte um einen mittlerweile bewachsenen Hügel, dennoch habe den Bauarbeitern klar sein müssen, dass es sich um ein historisches Bauwerk handele, sagte Moore. Der Tempel wurde nach Angaben des Instituts für Archäologie etwa im Jahr 250 vor Christus errichtet. Er habe wahrscheinlich im Zentrum einer historischen Siedlung gestanden.

          Institutsleiter Jaime Awe kündigte gegenüber dem Sender rechtliche Schritte gegen das Bauunternehmen und den Grundstücksbesitzer an. In Belize sei die Zerstörung präkolumbischer Artefakte grundsätzlich verboten. Die Baufirma soll einem Lokalpolitiker aus der Region gehören. Er habe nichts von den Arbeiten gewusst, sagte der Mann Channel 7.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.