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Freitag, 10. Februar 2012
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„Bedbugs“ in New York Wanz in a lifetime

03.09.2010 ·  New York hat ein neues, inoffizielles Wappentier: Die Bettwanze. Inzwischen haben die Schädlinge nicht nur heimische Kissen, sondern auch amerikanische Firmen in ihrer Gewalt. Eine teure Aufklärungskampagne soll nun Abhilfe schaffen.

Von Christiane Heil
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Touristen, die in den vergangenen Tagen und Wochen das Empire State Building in New York besuchten, durften sich für ihre 20 Dollar Eintrittsgeld nicht nur über den Blick auf Manhattans Häusermeer freuen. Sie konnten auch mit den inoffiziellen Wappentieren der Stadt Bekanntschaft machen – Bettwanzen.

„Es ist widerlich“, sagte Allison Schoenfeld nach ihrer Rückkehr von der Aussichtsplattform, und ihre Freundin Phalyn Kazmaerczak sorgte sich um die Sauberkeit. „Bei dem Eintrittspreis sollte es eigentlich kein Ungeziefer geben.“ Dabei liegt es nicht an Sauberkeitmängeln, wenn New York seit Wochen in ungekannten Ausmaß von Bettwanzen heimgesucht wird. Die beharrten Schädlinge von der Größe eines Apfelkerns „reisen per Anhalter in Laptop-Taschen, Aktenkoffern und Gepäck“, sagt Barry Beck von der Schädlingsbekämpfung Assured Environments. Die „bedbugs“, wie die Insekten im Amerikanischen fast niedlich heißen, saugen ihren menschlichen Wirten im Schlaf das Blut aus. Dazu durchstoßen sie mit ihrem Rüssel die Haut. Die Mahlzeit kann sich bis zu zehn Minuten hinziehen. Dann ziehen sich die Wanzen wieder ins Matratzeninnere zurück und lassen ihre Opfer mit roten, juckenden Pusteln zurück.

Eine teure Aufklärungskampagne soll die Wanzen stoppen

Wie das Internetportal bedbugregistry.com meldet, gilt New York mit mehr als 13 000 im vergangenen Jahr bei den Behörden angezeigten Fällen als Wanzen-Hochburg der Vereinigten Staaten. Das waren acht Mal mehr als im Vorjahr. Selbst vor guten und besten Wohnlagen machen die flügellosen Insekten nicht Halt. In Manhattan hat Cimex lectularius unlängst auch die Produktion des Modemagazins Elle überschattet, als die Tiere in die Redaktion im 44. Stockwerk vordrangen. Erst der „Exterminator“ konnte ihrem Treiben ein Ende bereiten, der Kammerjäger. Ähnlich erging es dem Dessousanbieter Victoria’s Secret und einigen New Yorker Filialen der Modelabel Abercrombie & Fitch und Hollister.

Bürgermeister Bloomberg, der auch Bekanntschaft mit den Bettwanzen machte, vermutet als Befallsursache den steten Besucherstrom in Kombination mit dem Verzicht auf starke Insektizide wie DDT. Jedes Weibchen legt bis zu zwölf Eier pro Tag. Die Stadtratsmitglieder Gale Brewer und Christine Quinn planen eine 500 000 Dollar teure Aufklärungskampagne. Auf einem Internetportal können sich die New Yorker künftig darüber informieren, wie man Wanzen in Matratzen aufstöbert und ihre Verbreitung durch das Verschließen von Rissen in Möbeln und Wänden, den bevorzugten Nistplätzen, verhindert.

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