07.06.2006 · Bei der Jagd auf den herumstreunenden Braunbären setzen Experten nun auf eine Spezialfalle aus den Rocky Montains. Mit der im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF gebauten Falle soll das Tier lebend gefangen werden.
Der Braunbär „Bruno“, der seit Wochen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet herumstreunt, soll nun mit einer Spezialfalle eingefangen werden.
Eine amerikanische Spezialfirma aus den Rocky Mountains hat die Falle im Auftrag der Umweltstiftung WWF gebaut. Die Lebendfalle soll im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet aufgestellt werden, sobald es wieder neue Spuren von dem Raubtier gibt. Tappe „Bruno“ hinein, könne er wohlbehalten in ein Wildgehege gebracht werden, hieß es. Die Falle werde von einem Zugfahrzeug zu ihrem Einsatzort gebracht.
Die Röhre aus Aluminium wird sowohl für den Fang als auch für den Transport des Bären benötigt. Die extrem stabile Röhre läßt sich per Auto oder als Außenlast an einem Hubschrauber befestigen. Sobald das Tier in die mit einem Köder bestückte Falle getappt ist, werden die „Bärenanwälte“ der Umweltstiftung umgehend von einem Sender alarmiert. Nur sie können die Falle wieder öffnen.
Bärenjäger wollen „Bruno“ betäuben
Noch in dieser Woche sollen zudem finnische Bärenjäger im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums mit ihren speziell geschulten karelischen Bärenhunden auf die Pirsch gehen. „Bruno“, wie der Bär „JJ1“ genannt wird, macht unterdessen weiter das deutsch-österreichische Grenzgebiet unsicher.
Am Montag soll er nahe dem österreichischen Grenzort Ehrwald von einem Hamburger Touristenehepaar gesehen worden sein. Im Umweltministerium hieß es, es seien an der Stelle allerdings keine Spuren des Bären gefunden worden, deshalb könne die Beobachtung nicht bestätigt werden. Über Pfingsten hatte das Tier im nahen deutschen Urlaubsgebiet rund ums Wettersteingebirge insgesamt sechs Schafe getötet. „Bruno“ soll nun möglichst schnell gefangen oder notfalls getötet werden.
Sollte den finnischen Bärenexperten die Betäubung „Brunos“ gelingen, könnte der Bär in den Wildpark Poing gebracht werden, sagte Ministeriumssprecher Stephan Niederleitner in München. Möglich sei aber auch, daß der Bär später mit einem Sender versehen in seine Heimat im italienischen Trentino zurückgebracht werde.
Braunbär plündert Kaninchenstall
In der Nacht zum Dienstag ist der Braunbär abermals in Siedlungsgebiet vorgestoßen. Im österreichischen Leutasch bei Seefeld in Tirol plünderte einen Kaninchenstall und riß zwei Tiere, wie das bayerische Umweltministerium am Mittwoch mitteilte.