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Auszeichnungen „Alternativer Nobelpreis“ geht nach Kanada, Malaysia und Botswana

29.09.2005 ·  Das Recht auf Wasser, der Kampf gegen Mißhandlung und der Widerstand gegen die Umsiedlung ins Reservat: Der alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr an Menschen, die sich für diese Themen einsetzen.

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Der mit rund 213.000 Euro dotierte „Alternative Nobelpreis“ geht in diesem Jahr an Menschenrechts- und Umweltaktivisten in Kanada, Malaysia und Botswana. Das gab die Right-Livelihood-Stiftung des Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll am Donnerstag in Stockholm bekannt.

Die Verleihung findet findet am 9. Dezember in Stockholm statt, einen Tag vor der Übergabe des Friedensnobelpreises. Offiziell heißt der Preis Right Livelihood Award.

„Blaues Gold“

Zu den Preisträgern 2005 gehören die Kanadier Maude Barlow (58) und Tony Clarke (60), die sich für ein Recht auf Wasser einsetzen und eine Privatisierung der Wasserversorgung ablehnen. Mit ihrem Buch „Blaues Gold“ über weltweite Geschäfte mit Wasser wurden sie international bekannt.

Die beiden Globalisierungskritiker setzen sich seit Jahren für gerechtere Welthandelsstrukturen ein, unter anderem bei Kampagnen zu den gescheiterten Ministerkonferenzen der Welthandelsorganisation in Seattle 1999 und Cancún 2003.

300mal vor Gericht

Die ehemalige Lehrerin und Gewerkschafterin Irene Fernandez aus Malaysia kämpft nach Auffassung der Jury mit außergewöhnlichem Mut gegen die Mißhandlung von Frauen und Zuwanderern. Die 1946 geborene Frau mußte mehr als 300 Mal vor Gericht erscheinen und ist nur gegen Kaution auf freiem Fuß.

Der dreifachen Mutter droht eine einjährige Haftstrafe, zu der sie wegen angeblicher „bösartiger Verbreitung falscher Nachrichten“ verurteilt wurde. Anlass war ihr 1995 veröffentlichter Bericht über die unmenschliche Behandlung illegaler Einwanderer in malaysischen Haftzentren.

„Resoluter Widerstand“

Aus Botswana ehrte die Stiftung die Buschleute-Organisation „First People of the Kalahari“ und ihren Gründer Roy Sesana. Die Jury würdigt damit den „resoluten Widerstand“ der Ureinwohner gegen die Vertreibung vom Land ihrer Vorfahren und ihren Kampf, ihr traditionelles Leben als Jäger und Sammler zu bewahren. Die rund 4.000 Menschen zählenden Gemeinschaften der Gana und Gwi wollen sich trotz massiver Drohungen mit ihrer Zwangsumsiedlung in triste Camps nicht abfinden.

Den undotierten Ehrenpreis erhält der mexikanische Künstler Francisco Toledo für seinen Einsatz zum Schutz der indianischen Kulturen in Oaxaca. Der Right Livelihood Award, den Uexküll aus dem Erlös seiner Briefmarkensammlung stiftete, ehrt Menschen, „die praktische und beispielhafte Antworten auf die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit gefunden haben“. Der Preis wird auch über Spenden finanziert.

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