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Auszeichnung Alternative Nobelpreise nach Burundi, Schweden, Paraguay, Australien

10.10.2002 ·  Sie sollen ein Gegengewicht zu den bekannten Nobelpreisen darstellen: Die alternativen Nobelpreise. Ausgezeichnet wurden unter anderem Menschenrechtsprojekte.

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Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an einen paraguayischen Menschenrechtsaktivisten und zwei Friedensorganisationen aus Schweden und der afrikanischen Republik Burundi. Den Ehrenpreis erhält ein australischer Solarenergieforscher, wie das Vergabekomitee des „Right Livelihood Prize“ am Donnerstag in Stockholm mitteilte. Mit dem Alternativen Nobelpreis würdigt das Vergabekomitee alljährlich Projekte und Persönlichkeiten, die „praktische und beispielgebende Antworten“ auf drängende gesellschaftliche Fragen liefern. Die Preise werden am 7. Dezember im Riksdag, dem schwedischen Parlament, vergeben.

Schutz der Menschenrechte

Die drei Ausgezeichneten teilen sich die Preissumme von umgerechnet 217.000 Euro. Der frühere paraguayische Oppositionelle Martin Almada hat sich laut Begründung des Preiskomitees um die Menschenrechte während der Militärdiktatur von General Alfredo Stroessner (1954 bis 1989) verdient gemacht. Almada werde geehrt „für seinen außergewöhnlichen Mut und für seine unablässigen Bemühungen, die Folterer zur Rechenschaft zu ziehen“. Der 1937 Geborene war jahrelang inhaftiert. Dabei wurde er auch gefoltert. Nach dem Ende der Diktatur arbeitete Almada für die Unesco.

Zeichen des Friedens

Das Kamenge-Jugendzentrum in der Bürgerkriegs-Republik Burundi in Zentralafrika erhielt den Preis für seine Arbeit, mit der es unter Beweis gestellt habe, „dass auch nach neun Jahren eines mörderischen Bürgerkriegs junge Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft lernen können, gemeinsam zu leben und eine friedliche Zukunft aufzubauen“. Bei Kämpfen zwischen Hutu und Tutsi wurden in Burundi mehrere hunderttausend Menschen getötet.

Die schwedische Stiftung „Kvinna till Kvinna“ („Von Frau zu Frau“) wurde für ihre Arbeit mit weiblichen Opfern von Krieg und ethnischen Auseinandersetzungen geehrt. Die Stiftung habe „bemerkenswerte Erfolge“ in ihrem Bemühen erzielt, Frauen zu „Vorreiterinnen der Versöhnung und des Friedens“ zu machen. Der australische Wissenschaftler Martin Green von der Universität von New South Wales wurde für seine Forschungen auf dem Gebiet der Solarenergie ausgezeichnet.

Uexküll-Preis

Den „Right Livelihood Prize“ („Preis für richtiges Leben“) hatte der Deutsch-Schwede Jakob von Uexküll 1980 ins Leben gerufen. Er wollte damit ein Zeichen gegen das eigentliche Nobel-Komitee setzen, das seiner Ansicht nach „viele Leistungen, die wichtig für die Zukunft der Menschheit sind, ignoriert“. Uexküll hatte damals seine weltbekannte Briefmarkensammlung verkauft, um mit dem Erlös die Preisgelder zu finanzieren.

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