14.02.2005 · Weil sich die kuscheligen Eukalyptus-Liebhaber zu stark vermehren, wollen australische Behörden Koala-Bären sterilisieren und umsiedeln.
Die rasante Vermehrung von Koala-Bären zwingt die australischen Behörden zu drastischen Maßnahmen: Mit einem Programm zur Sterilisation und Umsiedlung der plüschigen grauen Beuteltiere soll die Zahl der Koalas auf der südlich gelegenen Känguruh-Insel eingedämmt werden, wie Umweltminister John Hill am Montag ankündigte. Die Maßnahmen dienten dem Schutz der Tiere vor dem Hungertod, denn die Tausenden Koalas konkurrieren um immer weniger Nahrung.
Die geplante Tötung von 20.000 Koala-Bären sei aber wegen der massiven Proteste von Tierschützern ad acta gelegt worden, betonte Hill. Außerdem habe Australien einen schlechten Ruf befürchtet, wenn es die beliebten, landestypischen Beuteltiere töte.
Mangel an natürlichen Feinden
Mangels natürlicher Feinde auf der Känguruh-Insel stieg die Zahl der Koalas dort in den vergangenen Jahren drastisch an: Während 1996 noch 5000 Exemplare auf der Insel lebten, sind es heute bereits 27. 000. Laut Hill zerstören die Beuteltiere ihre eigene Lebensgrundlage, eine besondere Eukalyptus-Pflanze, und schaden somit der Umwelt. Von der Sterilisation sollen dem Minister zufolge zunächst 650 Koalas betroffen sein, 550 weitere sollen umgesiedelt werden.