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Austragungsort Grand Prix Kopenhagen holt zum dritten Mal den ESC

 ·  Nachdem Dänemark im Mai den Grand Prix ins eigene Land geholt hatte, begann die Suche nach einem geeigneten Austragungsort. Im Rennen waren zunächst fünf Städte mit Arenen und Hallen - sogar eine ehemalige Justizvollzugsanstalt.

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© dpa Vergrößern Die Dänin Emmelie de Forest holte im Mai mit ihrem Song “Only Teardrops“ den Sieg ins eigene Land

Im Rennen waren zunächst fünf Städte mit Arenen und Hallen sowie sogar einer ehemaligen Justizvollzugsanstalt. Kopenhagen bewarb sich gleich mit drei Austragungsorten für den kommenden „Eurovision Song Contest“ (ESC). Zwei der Städte mussten aber schon Anfang Juni und damit nur wenige Tage nach dem Sieg der Dänin Emmelie de Forest (“Only Teardrops“) ihre Bewerbungen wieder zurückziehen, da Aalborg im Norden viel zu wenige Hotelzimmer hat und die Halle in Fredericia im Süden nicht den Vorgaben entspricht. Und auch das Stadion Parken in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, das Platz für immerhin 38.000 Zuschauer hat, kam nie recht in Frage, weil der FC Kopenhagen sein Fußballfeld nicht vier Wochen lang in der Saison räumen wollte.

Am Ende traten die Städte Herning und Horsens - jeweils mit knapp 50.000 Einwohnern - gegen die mit Abstand größte Metropole des Landes an. Und so charmant die Idee auch klang, das europäische Musikspektakel in dem ehemaligen Gefängnis Fængslet in Horsens stattfinden zu lassen, es kam schließlich so, wie von den meisten erwartet: Kopenhagen machte das Rennen und wird damit zum dritten Mal nach 1964 und 2001 ESC-Gastgeber.

Bereit für Tausende ESC-Besucher

Der nächste Grand Prix wird trotzdem an einem ungewöhnlichen Ort stattfinden: auf dem Gelände der ehemaligen Schiffswerft Burmeister & Wain, kurz B & W. Die alten Schiffshallen liegen auf der Insel Refshaleøen im Hafen. „Wir wollen das ganze Areal in eine Eurovision-Insel verwandeln“, sagte Pernille Gaardbo, der Hauptverantwortliche für den ESC vom ausrichtenden Sender Danmarks Radio (DR). Man habe großen kreativen Ehrgeiz. Halle 2, in der die Bühne stehen wird, bietet allerdings nur Platz für 10.000 Zuschauer.

Entscheidend ist unter anderem, dass in Kopenhagen mit seinen 550.000 Einwohnern die nötige Infrastruktur vorhanden ist, um Tausende ESC-Besucher zu verkraften. Die Europäischen Rundfunkunion (EBU), die mit ihren Gremien der Entscheidung von DR zustimmte, dürfte insofern erleichtert sein. Nach Malmö, das nur knapp 20 Zugminuten von Kopenhagen entfernt im benachbarten Schweden liegt und in diesem Jahr Gastgeber des ESC war, kamen nach offiziellen Angaben 48 100 Grand-Prix-Touristen, dazu 1700 Journalisten. Die Einwohnerzahl von Herning und Horsens hätte sich also im nächsten Jahr verdoppelt.

Andererseits ließen die Gäste der größten Fernsehunterhaltungs-Show der Welt (mit insgesamt 170 Millionen Fernsehzuschauern in mehr als 40 Ländern) rund 22 Millionen Euro in der Stadt, die vielen bis dahin noch unbekannt war. Insofern lag der Werbewert sogar bei 132 Millionen Euro. Es ist also nur zu verständlich, dass Kopenhagen, das dank Königshaus, Tivoli und Meerjungfrau zwar schon ein Touristenmagnet ist, trotzdem unbedingt den Grand Prix für sich gewinnen wollte.

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