Bei der Explosion einer Autobombe in der baskischen Hafenstadt San Sebastian sind am Donnerstagmorgen zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Der Anschlag galt nach Polizeiangaben wahrscheinlich einem Kommunalpolitiker.
Die beiden Todesopfer sind Mitarbeiter einer Elektro-Firma, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Wie die Polizei mitteilte, detonierte der Sprengsatz gegen 8.00 Uhr nur knapp 50
Meter vom Vorortbahnhof Martutene entfernt. Der Anschlag habe vermutlich dem sozialistischen Gemeinderat von Ordizia, Ignacio Dubreyl Churruca, gegolten. Der 40-jährige Churruca war laut Polizeiangaben auf dem Weg zur Arbeit in einer Berufsschule von Martutene. Er wurde bei der Explosion leicht verletzt. Die drei weiteren Verletzten waren Leibwächter des Kommunalpolitikers.
Die Polizei vermutete die baskische Untergrundorganisation ETA hinter dem Anschlag, die seit mehr als 30 Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes kämpft. Sollte sich der Verdacht bestätigen, erhöht sich damit die Zahl der ETA-Opfer seit dem Ende ihres Waffenstillstands im Januar 2000 auf insgesamt 26 Tote. Die jüngste Explosion erfolgte zwei Tage nach der Ankündigung von vorgezogenen Neuwahlen des baskischen Regionalparlaments am 13. Mai.