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Astronomie Was Hobbyastronomen 2003 erwartet

27.12.2002 ·  Ob für frischgebackene Teleskopbesitzer oder langjährige Hobbyastronomen - das Jahr 2003 bietet gute Beobachtungsmöglichkeiten.

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Bei wem ein Teleskop unter dem Weihnachtsbaum lag, der möchte es gern ausprobieren. Auf was richtet sich die Linse sinnvollerweise als erstes? Welche Himmelskörper erschließen sich dem frischgebackenen Astronomen einfach?

Eine Grundregel ist es, geduldig zu sein. „Um das meiste aus dem Teleskop zu holen, muss man viel Zeit mit den einzelnen Objekten verbringen", sagt Richard Fienberg, Chefredakteur der amerikanischen Zeitschrift Sky & Telescope. Zu viele Teleskop-Neulinge, erwarteten Bilder wie vom Hubble-Teleskop - in Farbe und scharf - doch vieles, was der Himmel zu bieten habe, sei fein und sublim.

Winternächte als Startset

Für Anfänger sind Winternächte gute Beobachtungszeiten, denn am dunklen Himmel leuchtet so manches lohnende Ziel. „Anfangen würde ich mit einem Blick auf den Mond und die hellen Planeten", sagt Fienberg. In der kommenden Woche nimmt der Mond ab und erscheint erst am 4.Januar wieder am Nachthimmel. Trotzdem gibt es andere gut zu sehende Himmelskörper: Jupiter und Saturn sind dieser Tage nach dem Sonnenuntergang gut zu sehen.

Saturn kann der Hobbyastronom sehen, sobald die Sonne untergegangen ist. Ostwärts und zwanzig Grad über dem Horizont (der Abstand zweier Fäuste in Armlänge) wird der Astronom fündig. Saturn ist im Moment besonders hell, weil er am sonnennächsten Punkt seiner Bahn ist, die Erde ist dem Saturn im Moment sehr nah, und der Saturn ist gegenüber der Erde so geneigt, dass seine Ringe besonders gut sichtbar sind.

Jupiter König der Planeten

Wer ein Bisschen länger aufbleibt, kann auch Jupiter am nordöstlichen Horizont beobachten. Derzeit scheint der Planet fünf Mal so hell wie Saturn. „Jupiter ist der König der Planeten", sagt Gary Seronik, Redakteur bei Sky & Telescope, „er ist groß, er ist hell und er hat Monde, die interessante Dinge tun." Sofort werde das Auge auf eine Linie von Monden gezogen, die angeordnet sind wie die Streifen des Jupiter. Das seien die Galileischen Monde, nach ihrem Entdecker Galileo Galilei benannt.

Aber auch die Stern bieten schöne Ansichten. Der Orion erscheint im Osten, mit den drei herausstechenden Sternen, dem Hunter-Gürtel. Einige Grad nach Süden (rechts unten) ist der Orion-Nebel zu sehen, eine Gaswolke, in der neue Sterne entstehen.

Pleiaden im Subaru-Emblem

Auch die Pleiaden, rechts oben von Saturn, sind gut zu beobachten. Sie werden auch die sieben Schwestern oder auf japanisch Subaru genannt. Sie erscheinen auch in dem Logo des Autoherstellers. Insgesamt finden sich in dem Sternhaufen 500 Sterne.

Wer etwas Routine im Umgang mit seinem Teleskop erlangt hat, kann im kommenden Jahr noch einige beeindruckende Ereignisse beobachten. Highlight wird sicher die Marsnäherung Ende August sein. Der Rote Planet kommt am 27. August der Erde so nahe wie seit mehr als tausend Jahren nicht mehr, nämlich 55,76 Millionen Kilometer. Im Sommer und Herbst wird Mars als auffällig helles Gestirn die Blicke auch vieler Laien auf sich ziehen. Erst am 28. August 2287 wird Mars uns noch ein wenig näher stehen. Im August und September ist der Rote Planet im Sternbild Wassermann als heller, gelb-roter Lichtpunkt am Abendhimmel im Südosten, um Mitternacht im Süden und morgens im Südwesten sichtbar.

Himmelsbeobachter in Europa können darüber hinaus zwei totale Mondfinsternisse, eine partielle Sonnenfinsternis und einen Vorübergang des Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe verfolgen.

Finsternisse im Mai

Am 7.Mai, kommt es zum seltenen Ereignis eines „Merkurtransits“. Der sonnennächste Planet Merkur wandert von 7.12 Uhr bis 12.33 Uhr als winziger, dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe vorbei. Der Merkurdurchgang ist mit bloßen Augen allerdings nicht zu sehen. Nur mit Fernrohren mit entsprechenden Schutzfiltern kann er verfolgt werden. Vor unvorsichtigen Sonnenbeobachtungen warnen Fachleute dringend. Wer dieses Himmelsschauspiel erleben will, besucht am besten ein Sternwarte.

Im Mai taucht außerdem der Mond vollständig in den Kernschatten der Erde ein. In den frühen Morgenstunden des 16.Mai findet die erste totale Mondfinsternis des Jahres statt, die von Deutschland in ihrer ersten Hälfte beobachtbar ist. Zum Höhepunkt der Finsternis geht der verdunkelte Mond bereits unter.

Am letzten Maitag kommt es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die von Deutschland aus als Teilfinsternis zu sehen ist. Der maximale Bedeckungsgrad liegt zwischen 78 Prozent in München und 84 Prozent in Kiel. Der Bedeckungsgrad gibt die vom Mond verdeckte Fläche der Sonnenscheibe an. Frühaufsteher sehen die bereits teilweise verfinsterte Sonne als leuchtende Sichel im Nordosten aufgehen. Etwa eine Stunde später endet die Finsternis für Orte in Deutschland.

Totale Mondfinsternis im November

In der Nacht vom Samstag, 8.November, auf Sonntag, 9.November, ereignet sich die zweite totale Mondfinsternis des Jahres 2003. Sie ist in ihrer vollen Länge von Mitteleuropa aus zu verfolgen. Um 0.32 Uhr taucht der Mond in den Kernschatten der Erde ein, um 4.05 Uhr verlässt er ihn wieder.

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