16.08.2001 · Der Stern, den der neu entdeckte Planet umkreist, liegt im Sternbild des Großen Bären. Ähneln die Verhältnisse dort denen unseres Sonnensystems?
Der Steckbrief des neuentdeckten Planeten, der um den 47. Stern des Sternbildes Ursa Major (Großer Bär) kreist, liest sich wenig spektakulär: Wahrscheinlich drei Viertel der Jupitermasse, eine nahezu runde Umlaufbahn um den Stern und ein Abstand dazu, der in unserem Sonnensystem zwischen Mars- und Jupiterorbit liegen würde. Doch gerade das lässt Planetensucherherzen höher schlagen. Denn vielleicht ähnelt dieses, 51 Lichtjahre entfernte Sonnensystem dem unsrigen.
Dafür sprechen auch andere Fakten. Um den Stern kreist ein weiterer, schon 1996 entdeckter Planet. Das Verhältnis der Massen der beiden Planeten entspricht dem von Jupiter und Saturn - 3,3. Wie der neuentdeckte Planet hat auch dieser eine nahezu kreisrunde Umlaufbahn. Es ist das erste Mal, das zwei Planeten eines Systems diese Art Orbit zeigen. „Das lässt die Vermutung zu, dass etwa fünf Prozent aller Planetensysteme in runden Bahnen laufen“, sagt Mitentdecker Paul Butler von der Carnegie Institution in Washington. Die meisten der bisher in fremden Sonnensystemen gefundenen Planeten zeigen extrem exzentrische Umlaufbahnen oder liegen in Systemen, die ganz anders aufgebaut sind als unser Sonnensystem. In diesem Fall weist auch der Stern 47 Ursae Majoris (47 UMa) Ähnlichkeiten mit der Sonne auf. Er ist ein gelber Stern, etwa 7 Milliarden Jahre alt.
Schwankende Bahnen
Auf den Planeten stießen die amerikanischen Forscher, als sie leichte Wackelbewegungen des 47 UMa maßen. Denn die Schwerkraft gerade großer Planeten beeinflusst die Bahn ihres Muttersterns. In 13 Jahren Messung wurden sie fündig. Denn der neuentdeckte Planet braucht für eine Umlaufbahn 7,1 Jahr - eine Periodizität ist erst nach zwei Umläufen feststellbar. Ob sich in dem System von 47 UMa ein erdähnlicher Steinbrocken verbirgt, können die Forscher auf diese Weise zunächst nicht feststellen. „ Es könnte sein, dass es etwas wie die Erde dort gibt, aber um das herauszufinden müssen wir warten, bis die Nasa die nächste Planetensuchermission ins All schickt“, meinen die Forscher.