24.01.2001 · Ein fünf Kilogramm schwerer Klumpen Stein könnte der Schlüssel zur Antwort auf die Frage nach Wasser auf dem Mars sein.
Mars-Magma enthielt vermutlich Wasser. Darauf deutet ein Meteorit von dort hin. Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben kürzlich die Struktur des Steins unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass Wasser zu seiner Entstehung nötig war.
Pyroxene heißen die Kristalle im Innern des Meteoriten, die Timothy Grove, Profesor für Erd-, Atmosphären- und Planetenwissenschaften am MIT, und den Geologen Harry McSween vermuten lassen, dass der rote Planet vor Jahrmillionen stellenweise mit Wasser bedeckt war. Gefunden haben sie sie in einem fünf Kilogramm schweren Klumpen, der 1865 in Indien gefunden wurde und nachweislich vom Mars stammt. In dem 175 Millionen Jahre alten Stein aus der Tharsis Region des Roten Planeten finden sich Pyroxen-Strukturen, die sich nach MIT-Angaben nur aus einem Wasseranteil von zwei Prozent erklären lassen.
Marsmagma im Labor
Um die Verhältnisse auf dem Mars nachzuvollziehen, setzt Grove im Labor Gestein Marsbedingungen - hohem Druck und hohen Temperaturen - aus und beobachtet, wie sich die Lava verhält. Grove: “ Meine Experimente zeigen zum Beispiel, wieviel Wasser im Entstehungsprozess des Marsmeteoriten im Spiel war. Die einzige Möglichkeit dieses Gestein zu reproduzieren, ist die Beigabe von Wasser.“
Wie Mineralwasserbläschen
Die Pyroxen-Strukturen entstehen beim Ausbruch von Lava auf der Oberfläche. Flüssiges Gestein fließt durch Schichten wasserstoffhaltiger Mineralien. Die werden aufgelöst und der Wasserstoff mischt sich in die Lava. Beim Ausbruch bildet das entstandene Wasser Bläschen und entweicht als Dampf - ein Effekt wie beim Öffnen einer Mineralwasserflasche. Dieser Effekt könnte erklären, wie Wasser auf die Oberfläche des Roten Planeten gekommen ist, nämlich aus dem Wasserdampf, der mit den Vulkanausbrüchen aus dem Marsinneren kam.