Home
http://www.faz.net/-gum-2ucx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Astronomie Letzter Gruß aus schwarzem Loch

06.09.2001 ·  Ein Aufflackern ist der letzte Gruß von Sternenmaterial, bevor es auf Nimmerwiedersehen in einem schwarzen Loch verschwindet.

Von Cornelia Pretzer
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Drei Stunden lang dauerte der letzte Gruß von Sternenmaterial, das in ein schwarzes Loch gesogen wurde. So lange nämlich beobachteten Forscher des Masachusetts Institute of Technology (MIT) mit Hilfe des Weltraumteleskops Chandra (siehe Link) ein Aufflackern an einem schwarzen Loch in der Milchstraße. Die Röntgenstrahlen sendete das Material aus, ehe es verschwand.

Das schwarze Loch Sagittarius A* brachte das eingesogene Material 45 Mal heller zum Leuchten als vorher. „Es ist, als ob das Material uns eine Postkarte geschickt hätte, ehe es in das Loch fiel“, sagt Frederick Baganoff vom MIT. Das helle und rapide Aufflackern spreche dafür, dass das Material nicht weiter von Sagittarius A* entfernt war, als die Erde von der Sonne. Es sei das erste Mal gewesen, dass die Forscher ein relativ nahes schwarzes Loch beim Verschlingen von Sternenmaterial beobachtet hätten.

Genaue Bilder aus dem Herzen der Milchstraße

Auf die Bilder aus dem Herzen der Milchstraße sind die Forscher besonders stolz, da dort Sterne und andere Himmelskörper dicht gedrängt sind. „Nur die gute Auflösung und die Empfindlichkeit des Chandra-Teleskops haben solche Aufnahmen möglich gemacht“, sagt Mark Bautz vom MIT.

Schwarze Löcher sind extrem dicht und üben so viel Schwerkraft aus, dass selbst Licht nicht mehr aus ihnen dringt. Sagittarius A* liegt im Sternbild des Schützen und hat etwa drei Millionen Mal die Masse unserer Sonne.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel