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Argentinien 182 Tote bei Discobrand - Besitzer festgenommen

Der Discothekenbrand in Buenos Aires hat mehr als 180 Tote gefordert. Drei Jugendliche wurden identifiziert, die offenbar durch den Abschuß von Feuerwerkskörpern den Brand verursacht haben.

© dpa/dpaweb Unter Schock - ein Jugendlicher nach dem Brand

Mindestens 182 Menschen sind bei einem Großbrand in einer Discothek in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ums Leben gekommen. Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag weiter mitteilten, wurden bei dem Unglück in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) 714 Menschen verletzt. 100 von ihnen befinden sich demnach in kritischem Zustand.

Der Besitzer der Discothek „Republica Cromagnon“ wurde nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Samstag auf Anordnung der Justiz festgenommen. Die Polizei habe außerdem drei Jugendliche identifiziert, die durch den Abschuß von Feuerwerkskörpern den Brand vermutlich verursacht hätten. Man wisse aber noch nicht, ob die drei unter den Opfern seien, hieß es weiter.

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Geschlossene Notausgänge und ein überfülltes Lokal

Der Bürgermeister von Buenos Aires, Anibal Ibarra, erklärte, das Unglück sei auf die „unverantwortliche Handlung“ von Besuchern, auf geschlossene Notausgänge und auf Überfüllung des Lokals zurückzuführen. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Entsprechende Vergehen können in Argentinien Strafen von bis zu 20 Jahren Haft nach sich ziehen. Vorwürfe, die Stadt sei wegen mangelnder Kontrollen an der Tragödie mitschuldig, wies Ibarra zurück.

In der Disco „Republica Cromagnon“ die eine Kapazität von 1.300 Besuchern hat, hatten sich Medienangaben zufolge zwischen 3.000 und 6.000 zumeist jugendliche Menschen zu einem Konzert der Rockband „Callejeros“ versammelt.

Sicherheitsmängel waren offenbar bekannt

Das Feuer sei von der Feuerwehr zwar relativ schnell gelöscht worden, berichteten Medien und Augenzeugen. Für das Ausmaß der Katastrophe seien der Rauch, die Dunkelheit und eine Panik entscheidend gewesen. Die meisten Opfer starben an einer Rauchvergiftung.

Die Besitzer der Discothek waren nach Angaben des Fernsehsenders „Cronica TV“ in der jüngeren Vergangenheit wegen Sicherheitsmängeln mehrfach von den zuständigen Behörden gewarnt worden. Nachbarn erzählten dem argentinischen Fernsehen zudem, daß es in dem Tanzlokal jüngst zu zwei Bränden gekommen sei, bei denen es aber keine Opfer gegeben habe. Unter den Todesopfern waren nach dem Bericht von Augenzeugen auch zahlreiche Kinder, die das Konzert mit Eltern oder älteren Geschwistern besucht hatten.

Dreitägige Staatstrauer angeordnet

Die Regierung von Präsident Néstor Kirchner ordnete am Freitag eine dreitägige Staatstrauer an. Zahlreiche Veranstaltungen zum Jahreswechsel wurden abgesagt.

Bundespräsident Horst Köhler schrieb in einem Kondolenzbrief an Kirchner, er habe mit Bestürzung von dem verheerenden Brand erfahren. „Ich möchte Ihnen und den Familienangehörigen der Opfer, auch im Namen des deutschen Volkes, mein herzliches Beileid und Mitgefühl aussprechen.“ Auch Papst Johannes Paul II. sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Er sei sehr betroffen über die schmerzvolle Nachricht über die zahlreichen Toten, unter denen sich so viele Jugendliche befunden hätten.

Quelle: dpa

 
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