Home
http://www.faz.net/-gum-q0aa
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Argentinien 182 Tote bei Discobrand - Besitzer festgenommen

Der Discothekenbrand in Buenos Aires hat mehr als 180 Tote gefordert. Drei Jugendliche wurden identifiziert, die offenbar durch den Abschuß von Feuerwerkskörpern den Brand verursacht haben.

© dpa/dpaweb Vergrößern Unter Schock - ein Jugendlicher nach dem Brand

Mindestens 182 Menschen sind bei einem Großbrand in einer Discothek in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ums Leben gekommen. Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag weiter mitteilten, wurden bei dem Unglück in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) 714 Menschen verletzt. 100 von ihnen befinden sich demnach in kritischem Zustand.

Der Besitzer der Discothek „Republica Cromagnon“ wurde nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Samstag auf Anordnung der Justiz festgenommen. Die Polizei habe außerdem drei Jugendliche identifiziert, die durch den Abschuß von Feuerwerkskörpern den Brand vermutlich verursacht hätten. Man wisse aber noch nicht, ob die drei unter den Opfern seien, hieß es weiter.

Mehr zum Thema

Geschlossene Notausgänge und ein überfülltes Lokal

Der Bürgermeister von Buenos Aires, Anibal Ibarra, erklärte, das Unglück sei auf die „unverantwortliche Handlung“ von Besuchern, auf geschlossene Notausgänge und auf Überfüllung des Lokals zurückzuführen. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Entsprechende Vergehen können in Argentinien Strafen von bis zu 20 Jahren Haft nach sich ziehen. Vorwürfe, die Stadt sei wegen mangelnder Kontrollen an der Tragödie mitschuldig, wies Ibarra zurück.

In der Disco „Republica Cromagnon“ die eine Kapazität von 1.300 Besuchern hat, hatten sich Medienangaben zufolge zwischen 3.000 und 6.000 zumeist jugendliche Menschen zu einem Konzert der Rockband „Callejeros“ versammelt.

Sicherheitsmängel waren offenbar bekannt

Das Feuer sei von der Feuerwehr zwar relativ schnell gelöscht worden, berichteten Medien und Augenzeugen. Für das Ausmaß der Katastrophe seien der Rauch, die Dunkelheit und eine Panik entscheidend gewesen. Die meisten Opfer starben an einer Rauchvergiftung.

Die Besitzer der Discothek waren nach Angaben des Fernsehsenders „Cronica TV“ in der jüngeren Vergangenheit wegen Sicherheitsmängeln mehrfach von den zuständigen Behörden gewarnt worden. Nachbarn erzählten dem argentinischen Fernsehen zudem, daß es in dem Tanzlokal jüngst zu zwei Bränden gekommen sei, bei denen es aber keine Opfer gegeben habe. Unter den Todesopfern waren nach dem Bericht von Augenzeugen auch zahlreiche Kinder, die das Konzert mit Eltern oder älteren Geschwistern besucht hatten.

Dreitägige Staatstrauer angeordnet

Die Regierung von Präsident Néstor Kirchner ordnete am Freitag eine dreitägige Staatstrauer an. Zahlreiche Veranstaltungen zum Jahreswechsel wurden abgesagt.

Bundespräsident Horst Köhler schrieb in einem Kondolenzbrief an Kirchner, er habe mit Bestürzung von dem verheerenden Brand erfahren. „Ich möchte Ihnen und den Familienangehörigen der Opfer, auch im Namen des deutschen Volkes, mein herzliches Beileid und Mitgefühl aussprechen.“ Auch Papst Johannes Paul II. sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Er sei sehr betroffen über die schmerzvolle Nachricht über die zahlreichen Toten, unter denen sich so viele Jugendliche befunden hätten.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Berchtesgadener Land Sechs Menschen sterben bei Großbrand

Dramatische Stunden im Berchtesgadener Land: In einem Gästehaus bricht ein Feuer aus. 41 Menschen entkommen den Flammen, sechs sterben. Mehr

23.05.2015, 18:46 Uhr | Gesellschaft
Jorge Bergoglio Wer ist Papst Franziskus?

Wer ist Papst Franziskus? Jorge Mario Bergoglio ist 76, Argentinier mit italienischen Wurzeln, Jesuit - und in Buenos Aires als Kardinal der Armen beliebt. Der erste Papst aus Amerika spricht Deutsch, er hat in Deutschland studiert. Der bisherige Erzbischof der argentinischen Hauptstadt gilt als gemäßigter Konservativer und Gegner der Homo-Ehe. Umstritten ist unter anderem sein Verhalten während der Militärdiktatur in Argentinien. Mehr

13.03.2015, 10:52 Uhr | Gesellschaft
Philippinen Mindestens 72 Tote bei Feuer in Schuhfabrik

Es war wohl der Funke eines Schweißgerätes, das zu einem Brand einer Schuhfabrik auf den Philippinen führte. Mindestens 72 Menschen kamen durch die um sich greifenden Flammen ums Leben. Mehr

14.05.2015, 14:52 Uhr | Gesellschaft
Südkorea Tote nach Wohnhausbrand nahe Seoul

Bei einem Brand in einem Wohngebäude in einem Vorort der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sind am Samstag mindestens vier Personen getötet worden. 100 Menschen wurden verletzt, teilte die Polizei mit. Mehr

10.01.2015, 13:25 Uhr | Gesellschaft
Beziehungsdrama Fünf Tote bei Bluttat in der Schweiz

In einem Ort an der deutsch-schweizerischen Grenze erschießt ein Mann vier Menschen und anschließend sich selbst. Die Polizei geht von einem Beziehungsdelikt aus. Mehr

10.05.2015, 09:08 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2005, 16:00 Uhr

Gene Simmons von Kiss „Wer high ist, benimmt sich wie ein Idiot“

Gene Simmons plaudert aus dem Nähkästchen, Maggie Gyllenhaal wurde mit seltsamer Begründung für eine Rolle abgelehnt, und Scarlett Johansson lernt das Muttersein am lebenden Objekt – der Smalltalk. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden