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Aprilscherze Nacktlesung mit Raucherplakette

01.04.2008 ·  Eine Drehbühne im Landtag, eine Nacktlesung und eine innovative Raucherplakette: Mit Aprilscherzen haben Journalisten und Politiker an diesem Dienstag die Menschen wieder einmal mehr verschreckt als begeistert. FAZ.NET präsentiert eine kleine Auswahl.

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Montag, 18.25 Uhr: „Bitte verwenden Sie die dpa/lsw 7391 (Regionalligist SSV Reutlingen bekommt Hauptsponsor aus Taiwan) nicht rpt nicht. Der Verein teilte mit, dass es sich um einen Aprilscherz handelt.“ Die Eilmeldung der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass auch erfahrene Nachrichtenleute leicht Opfer eines Aprilscherzes werden können.

Zu Amüsement unter Kollegen führte auch der Hinweis eines gestandenen Zeitungsredakteurs am Dienstag, der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust solle Senator in der künftigen schwarz-grünen Stadtregierung Hamburgs werden. Der Internet-Mediendienst „turi2“ hatte den Scherz verbreitet. Wenn der Redakteur nicht nur die Überschrift gelesen hätte! „turi2“ nämlich zitiert Bürgermeister Ole von Beust mit den Worten: „Aust ist für uns der ideale Mann, da er eine beispielhafte Karriere von links unten nach rechts oben vollzogen hat.“

„Sommer, Sonne, Nackedeis - FKK in der DDR“

Für Aust solle ein Ressort maßgeschneidert werden, das seinen Eignungen entspreche und die Gebiete „Gleichstellung der Frau“, „Förderung des Pferdesports“ und „Alternativen zur Windenergie“ umfasse. Aus Kostengründen soll der Senatoren-Posten von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech gesponsert werden.“ Wer das nicht versteht!

Die britische Zeitung „The Guardian“ schrieb, die französiche Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy habe von Englands Premierminister Gordon Brown ein Arbeitsangebot erhalten, um der Insel mehr Stil und Glamour zu verleihen.

Ein Buchhändler aus dem vorpommerschen Pasewalk kündigte an, die Buchpremiere von „Sommer, Sonne, Nackedeis – FKK in der DDR“ werde bei ihm eine Nacktlesung sein, mit nacktem Publikum, versteht sich. „In Zeiten, in denen Bestsellerautoren an Tankstellen gehandelt werden, wollten wir zeigen, dass Bücher im Buchhandel mit Spaß gekauft werden“, sagte Buchhändler Helmut Maaß. Über eine Nachtlesung wären die Kunden wohl mehr verwundert gewesen.

Der Sender Hit Radio FFH kündigte eine Lockerung des in Hessen geltenden Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden und Lokalen an: Mit der gesetzlich eingeführten Raucherplakette, die in Apotheken und Tankstellen vertrieben würde, könne künftig jeder rauchen, wo er wolle. Auf der Internetseite des Senders war sogar ein gefälschter Gesetzestext zu finden. In Österreich sei das „Giftler-Pickerl“ bereits seit längerem in Gespräch.

Drehbühne im Landtag - DNA-Schnelltest in Kassel

Auf der Internetseite des Hessischen Rundfunks war zu lesen, der neue Landtag werde eine Drehbühne bekommen und die rotierende Sitzordnung einführen. So müsse jeder mal neben der ungeliebten Linkspartei sitzen. Nur der Steuerzahlerbund habe wegen der Kosten Bedenken geäußert und stattdessen ganz freie Platzwahl vorgeschlagen. Diese Reaktion des Verbands wiederum hätte man fast ernst genommen – sie war aber Teil des Aprilscherzes.

Die Stadt Frankfurt teilte mit, bei der Altstadtbebauung werde sie nicht an mittelalterliche Fachwerkbauten anknüpfen. Nein, Frankfurt will mit Marmorbauten an die römische Architektur anschließen. Es werde unweit des Rathauses eine römische Therme originalgetreu wiederaufgebaut, die einen Blick auf die Skyline biete.

In Kassel sollte den Besuchern der zur Zeit laufenden „König Lustik“-Ausstellung ein besonderer Service geboten werden. Jeder könne, so schrieb es die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ (HNA), einen DNA-Schnelltest machen lassen. Aus etwas Speichel oder einer Haarprobe kläre ein Analyseprogramm rasch, ob man mit dem jüngsten Bruder von Napoleon Bonaparte verwandt war, der vor 200 Jahren angeblich frivole Abenteuer mit Kasseler Damen suchte. In mindestens 43 Fällen, so schrieb die HNA, sollen solche Begegnungen nicht ohne Folgen geblieben sein. Ob die DNA-HNA-Leser ähnlich viril sind, war bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Magnetbahn-Trasse quer durch Thüringen

In Baden-Württemberg forderte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) „schulartübergreifenden und gewichtshomogenen Unterricht für XXL-Schüler“ in sogenannten Konfektionsklassen. Es sei gar eine jahrgangsübergreifende Beschulung in einer „Kombi-Konfekt-Klasse“ möglich.

Nach dem Aus des Transrapids in München unterstützen die Grünen eine Magnetbahn-Trasse quer durch Thüringen. Er sei die ideale Lösung für die Mitte-Deutschland-Bahn, sagte Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt.

Die Londoner Gratiszeitung „Metro“ schockierte Hundebesitzer: Die Tiere bekämen einen 200 Volt starken Stromschlag, wenn sie sich an den Autoreifen der neuen BMW-Reihe erleichterten. Wenn die Technik nur so weit wäre!

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