03.11.2006 · Kurz soll er sein, treffend muß er sein, witzig darf er sein, der Aphorismus. Beim zweiten Aphoristikertreffen in Hattingen überbieten sich etwa 40 Denker im geistreichen Sprücheklopfen. FAZ.NET stellt die zwanzig besten Aphorismen vor.
Unter dem Motto „Der Aphorismus zwischen Wortspiel und Erkenntnis“ sind vierzig Sprachliebhaber in Hattingen zusammengekommen, die eine Leidenschaft verbindet: Aphorismen zu verfassen. Es ist das zweite Treffen dieser Art. FAZ.NET hat die Kurzbeiträge eingesehen und stellt die Besten vor. Nutzen Sie die Kommentarfunktion und schreiben Sie uns Ihre eigenen Aphorismen oder präsentieren Sie Ihre Lieblingsaphorismen.
„Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Zu seiner Entschuldigung muß man sagen, daß der Mensch dem Menschen oft auch ein Schaf ist.“
Arthur Feldmann
„Manche Bücher wissen, daß sie Tausende Leser finden, und lassen es jeden einzelnen spüren.“
Tobias Grüterich
„Auch der richtige Wind / bringt mein Boot / nicht an sein Ziel, / wenn ich es nicht / losbinde.“
Karin Jahnke
„Die an Gott Verzweifelnden wurden Humanisten, die am Menschen Zweifelnden Tierschützer.“
Anselm Vogt
„Wie arm müssen sich im Hafen von Monte Carlo die Besitzer der kleinen Yachten vorkommen!“
Peter Hohl
„Mancher Weg ist so tief ausgetreten, daß niemand ihn verlassen kann.“
Holger Uwe Seitz
„Würden weniger Namen gesammelt, hinge mehr Kunst in den Museen.“
Christian Weber
„Einfache Rechnung: Die Radkappen nehmen zu, die Polkappen nehmen ab.“
Oliver Tietze
„Man muß schon sehr unbedeutend sein, um keine Feinde zu haben.“
Charlotte Böhler-Müller
„Aphorismen sollten verschreibungspflichtig sein.“
Reiner Klüting
„Vielleicht / bist du nicht / der Außenseiter, / sondern / der Lichtblick.“
Karin Jahnke
„Manche leben so vorsichtig, daß sie wie neu sterben.“
Michael Richter
„Treue muß Bedürfnis sein, nicht Tugend.“
Charlotte Böhler-Müller
„Sie glauben den Rebellen gebändigt; nun ist der Glaube ihre Fessel.“
Eva Annabelle Blume
„Erinnerungen verblassen, je länger sie vorbei - wie ein vergilbtes Blatt Papier.“
Katharina Eisenlöffel
„Sensibilität hat nichts / mit Schwäche zu tun - / so wenig wie Brutalität / mit Stärke.“
Charlotte Böhler-Müller
„Hörst du eine Melodie, die zu Herzen geht, / fühlst du Wehmut / und es fließen Tränen der Sehnsucht.“
Katharina Eisenlöffel