Menschenfeindliche Antarktis - das Klima ist trockener als die Sahara und der Kontinent ist zu 99 Prozent mit Eis bedeckt. Zum Teil ist das Eis 4000 Meter dick. Trotzdem besitzt der Kontinent Küstenregionen, Inseln, Gletscher, Oasen, Berge und sogar einen aktiven Vulkan.
Das transarktische Gebirge ist bis zu 5000 Metern hoch, wird aber zum größten Teil von Eis bedeckt. Von großem Interesse für die zahlreichen Forscherteams sind die Oasen und Trockentäler, in denen extrem kalte Fallwinde dafür sorgen, dass kein Schnee liegen bleibt. Diese Täler sind deshalb eisfrei. Dort wachsen sogar Flechten, Algen, Pilze und Moose. Sie bilden die Lebenswelt für Rund- und Fadenwürmer, Milben und Mücken.
Biologische Wunderwelt
Diese kleine biologische Wunderwelt interessiert allerdings nur die Forscher. Die Touristen, die von spezialisierten Reiseanbietern zumeist in die antarktische Halbinsel im Norden des Kontinents gebracht werden, wollen neben den faszinierenden Eisgebilden und den unbeschreiblichen Naturgeräuschen vor allem antarktischen Seebären, Weddell-Robben, Seeleoparden und Pinguine beobachten.
Forschungsschwerpunkte
Die einzigen menschlichen Bewohner des Kontinents sind die Forscher in den insgesamt 40 Stationen. Vier davon sind deutsche Einrichtungen. In den letzten Jahren sind vor allem die meteorologischen Untersuchungen in den Mittelpunkt gerückt. Wegen der globalem Erwärmung schmelzen die Eismassen. Nachgewiesen haben die Forscher, dass vor allem in der Westarktis ganze Schelfeisgebiete weggeschmolzen sind. Das Schelfeis grenzt an das Festland und schwimmt auf dem Meer. Es ist zum Teil bis zu einem Kilometer dick.
Ein zweiter Forschungsschwerpunkt widmet sich den Mikroben im Eis. In dem durch Satellitenbilder entdeckten See Lake Vostock haben die Wissenschaftler Bakterien entdeckt, die in mehr als 3.600 Metern Tiefe überleben. Der See liegt im Inner des Kontinentes und ist von einer mehrere hundert Meter dicken Eiskruste überdeckt. Der See selbst besteht aber noch aus flüssigem Wasser. Forscher sehen in den Eismikroben Hinweise darauf, dass es auch auf Planeten des Sonnensystems Organismen geben muss.