26.03.2001 · 25 Kilometer in nur fünf Wochen - was sich anhört als sei es Schneckentempo ist für einen Riss im Eis rapide Bewegung.
Die Antarktis gebärt einen Eisberg. Den Pine-Island Gletscher durchzieht mittlerweile zu zwei Dritteln ein Riss, der von der Eismasse einen Eisberg abtrennen wird.
Der Landsat 7 Satellit der Nasa und der US Geological Survey, die Behörde für geologische Beobachtungen, entdeckten den Riss bei seinem jährlichen Antarktisüberflug. Die Forscher fanden auf den Bildern eine 25 Kilometer lange Spalte im Eis, wo sich zehn Monate zuvor noch nichts abgezeichnet hatte.
Ein Vergleich mit anderen Messungen vom amerikanischen Terra-Satelliten, dem kanadischen Radarsat und dem Radar Imager der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa ergab: Der Riss hatte sich in weniger als fünf Wochen gebildet. Robert Bindschadler, der für die Nasa am Landsat 7 Projekt arbeitet, sagt: „Jetzt wächst der Riss viel langsamer als am Anfang, etwa 13 Meter am Tag.“ Seiner Vorhersage nach wird sich in 18 Monaten ein gewaltiger Eisberg abtrennen.
Der Landsat 7 Satellit vermisst die Eisschicht der Antarktis. Aus den Strukturen, die das Eis bildet, während es über den Kontinent fließt errechnen Wissenschaftler die Konturen des darunterliegenden Landes. Das beobachtete Phänomen wird als natürlicher Vorgang aufgefasst. Es handele sich nicht um eine Folge der Erderwärmung.