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Anleger gerammt : Ursache des Fährunglücks womöglich gefunden

  • Aktualisiert am

Die Pendlerfähre war gegen ein Dock geprallt. Bild: AFP

Eine Fähre rammt in New York einen Anleger. Mehr als 80 Menschen werden verletzt, sieben von ihnen schwer, eine Person schwebt noch in Lebensgefahr. Die Ursache war möglicherweise technisches Versagen, wie ein Fernsehsender berichtet.

          Das Fährunglück von New York mit mehr als 80 Verletzten ist angeblich auf technische Probleme zurückzuführen. Besatzungsmitglieder hätten in ersten Vernehmungen ausgesagt, die Steuerung habe nicht auf Befehle reagiert, meldet der New Yorker Sender CBS am Donnerstag (Ortszeit). Das System sei eingefroren gewesen, hieß es. Am Tag nach dem Unfall sollten der Kapitän und seine Besatzung befragt werden.

          Die „Seastreak Wall Street“ hatte im morgendlichen Berufsverkehr von New Jersey kommend mit großer Wucht einen Anleger gerammt. Die Angaben über die Zahl der Verletzten schwankten stark. Der Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf einen Sprecher der Küstenwache von 85, in anderen Quellen war zuvor von 74 die Rede gewesen. Die meisten Opfer wurden verletzt, als sie durch den Stoß Treppen hinunterstürzten. Der Katamaran wurde am Bug des Steuerbordrumpfes aufgerissen, blieb in dem ruhigen Wasser aber schwimmfähig. Auch einige Fenster splitterten. Das Schiff war der Küstenwache zufolge in den vergangenen Jahren bereits in mindestens zwei kleinere Unfälle verwickelt.

          „Hart getroffen“

          Bei dem Aufprall am Mittwochmorgen seien viele Menschen von ihren Sitzen geflogen, sagte der Chef der Fährlinie SeaStreak, James Barker, dem TV-Sender NBC. Menschen, die bereits anstanden um auszusteigen, seien gegen Wände geschleudert worden. Es habe sich wie ein Autounfall angefühlt, sagte ein Passagier dem TV-Sender ABC. „Niemand wusste, was los war.“ Die Menschen seien hysterisch gewesen und hätten geschrien, sagte eine Frau. „Wir sind aufeinander gefallen. Ich bin in alle anderen hineingeflogen.“ Die Fähre sei schon ein wenig wackelig an den Kai herangefahren, sagte eine weitere Zeugin. „Dann hat das Dock die rechte Seite des Bootes hart getroffen, wie eine Bombe.“

          Verletzte nach dem Fährunglück: „Wir sind aufeinander gefallen“ Bilderstrecke
          Verletzte nach dem Fährunglück: „Wir sind aufeinander gefallen“ :

          Ein Vertreter der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB sagte, man habe sofort mit der Untersuchung des Unfalls begonnen. So sei der Kapitän auf Alkohol und Rauschgift untersucht worden. „Das ist aber ein Standardprozedere bei allen Unfällen dieser Art. Die Ergebnisse sind noch nicht bekannt.“  Die Beweisaufnahme werde fünf bis sieben Tage dauern, dann beginne die Auswertung. „Wir haben verschiedene Expertenteams gebildet. Eines untersucht den Betrieb der Fähre, eines die Technik, eines die Arbeitsorganisation an Bord und eines auch das Notfallmanagement nach dem Unfall“, sagte der NTSB-Vertreter.

          Das 40 Meter lange Schiff habe vermutlich keine Blackbox gehabt, weil ein solches Aufzeichnungsgerät für Schiffsdaten für Fähren dieser Art nicht vorgeschrieben sei. „Aber es gibt eine Menge Elektronik an Bord und die speichert viele Daten, vermutlich auch die Geschwindigkeit.“ Meldungen, dass die Fähre zu schnell war, wollte er nicht bestätigen. Mit dem Kapitän sei noch nicht gesprochen worden, auch er werde am Donnerstag befragt.

          Tausende Menschen benutzen jeden Tag die Fähren, die Manhattan beispielsweise mit den Vierteln Staten Island, Brooklyn oder Queens sowie mit dem Bundesstaat New Jersey verbinden. Pendler fahren mit den Booten zur Arbeit, Touristen genießen die Aussicht auf die Skyline von Manhattan. Immer wieder kommt es im Hafen von New York, wo sich der Atlantik, der East- und der Hudson River treffen, aber auch zu Fährunglücken. So prallte 2003 eine Staten-Island-Fähre mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Anlege-Kai. Elf Menschen starben, Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt. Bei einem ähnlichen Unglück im Mai 2010 wurden ebenfalls Dutzende Passagiere verletzt.

          Quelle: FAZ.NET mit dpa

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