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Angeblicher Tod im Altersheim : Tarzans Cheetah ist nicht totzukriegen

Familienfoto: Tarzan (Johnny Weissmüller), Jane (Maureen O’Sullivan, l.), Boy (Johnny Sheffield, M.) und Cheetah Bild: dpa

Cheetah, der Affe aus den „Tarzan“-Filmen der 30er Jahre und einer der berühmtesten Schimpansen der Welt, soll im Alter von 80 Jahren in einem Tierheim gestorben sein. Doch es gibt Zweifel an der Meldung.

          Es ist schon ein langes Schimpansenleben her, als Cheetah für einen der kuriosesten Auftritte im „Aktuellen Sport-Studio“ sorgte. Der Affe war nicht alleine zu Dieter Kürten gekommen, sondern mit seinem berühmten Partner Johnny Weissmuller, dem erfolgreichen Schwimmer und fünffachen Olympiasieger, der auch als Tarzan in Hollywood Karriere machte. An Weissmullers Seite saß seine Frau Maria. Sie trug Pelz und auch eine Perücke, wie sich herausstellte, als der Schimpanse, der zuvor recht ruhig auf Johnny Weissmullers Schoß gesessen hatte, ihr das blonde Haarteil vom Kopf riss.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Nun soll Cheetah im Alter von 80 Jahren an Nierenversagen verendet sein. Die letzten Jahre verbrachte der Schimpanse in einem Tierheim in Palm Harbor in Florida, das dank seines Werbeträgers, des „Stars der Tarzan-Filme“, offenbar gut von Spenden leben kann. So heißt es auf der Internetseite des „Suncoast Primate Sanctuary“, mit Cheetahs Tod verliere das Heim „einen treuen Freund und ein Familienmitglied“.

          Man muss kein Primatenforscher sein, um zu wissen, dass Schimpansen selten älter als 40 Jahre werden. Zudem ist bekannt, dass alleine in den zwölf Weissmuller-Filmen zwischen 1932 und 1948 unterschiedliche Schimpansen die Rolle Cheetahs übernahmen. Mehrere der gelehrigen Tiere wurden je nach ihren Fertigkeiten auch in ein und demselben Film eingesetzt.

          So ist es nicht verwunderlich, dass am anderen Ende der Vereinigten Staaten eine Cheetah noch am Leben sein soll und im nächsten Jahr ihren 80. Geburtstag feiern kann. Diese Cheetah, es handelt sich um ein Männchen, wird sogar offiziell vom „Guinness-Buch der Rekorde“ als ältester Schimpanse der Welt geführt. Allerdings ist sein Besitzer vorsichtig. Dan Westfall, der selbst als Tiertrainer in Hollywood gearbeitet hat, bevor er 1991 sein Altersheim für ausgediente Primaten – das „C.H.E.E.T.A. Primate Sanctuary“ – im kalifornischen Palm Springs gründete, schreibt auf seiner Internetseite, dass er den Schimpansen zwar als Original-Cheetah der dreißiger, vierziger Jahre bei sich aufgenommen habe, es aber berechtigte Zweifel gebe, dass „unser Cheetah“ so alt ist, wie „wir alle dachten“. Es sei nicht möglich festzustellen, in welchen Filmen er und ob er überhaupt in einem Tarzan-Film mitgespielt habe. „Cheetahs Vergangenheit wird wohl eines der vielen Hollywood-Geheimnisse bleiben.“

          Kein Geheimnis mehr ist, dass schon vor 40 Jahren beim ZDF nicht eine Cheetah zu Besuch war, sondern ein Schimpanse namens Porgy aus einem deutschen Zoo.

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