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Amoklauf an Grundschule Newtown trauert: „Wir beten für Euch“

Nach dem Amoklauf von Newtown werden grausame Einzelheiten bekannt. Die Opfer starben in einem regelrechten Kugelhagel. Der Vater des Attentäters und Eltern der getöteten Kinder äußern sich. Präsident Obama will am Sonntag nach Newtown reisen.

© REUTERS Fassungslosigkeit angesichts der Tragödie in Newtown

Er schoss mehrfach und aus nächster Nähe auf seine Opfer: Einen Tag nach dem Massaker an einer Grundschule in Connecticut sind weitere Einzelheiten der grausamen Tat des 20 Jahre alten Adam Lanza bekannt geworden. Mehrfach habe er auf die kleinen Körper geschossen, in einigen Fällen elf Mal, teilte der leitende Gerichtsmediziner H. Wayne Carver sichtlich erschüttert mit. Am Sonntag wird der amerikanische Präsident Barack Obama in Newtown erwartet. Er will dort bei einer Gedenkfeier sprechen und die Familien der Opfer treffen.

Laut Polizeiangaben wurde beim Schützen kein Abschiedsbrief gefunden. Polizeisprecher Vance betonte aber, dass Ermittler „sehr gute Beweise“ gefunden hätten, die möglicherweise Aufschluss über das Motiv des Täters geben könnten. Am Sonntag sollen dazu Informationen an die Presse gegeben werden. Unter anderem wurden in der Schule zwei Pistolen, eine Glock und eine Sig Sauer, sowie ein Gewehr vom Typ Bushmaster Kaliber 223 entdeckt. Außerhalb der Schule lag noch eine vierte Waffe.

Keine Verbindung der Mutter zur Schule

Die Ermittler fanden entgegen ersten Angaben bisher offenbar keine Verbindung zwischen Lanzas Mutter und der Schule. Zunächst hatte es geheißen, sie habe in der Grundschule als Lehrerin gearbeitet. Die Polizei geht davon aus, dass Adam Lanza vor vielen Jahren die Sandy-Hook-Grundschule besuchte. Sie hatte jedoch noch keine Erklärung, warum er am Freitag ausgerechnet dorthin fuhr.

Nach Beschreibung eines Lehrers konnte Lanza offenbar keine seelischen oder körperlichen Schmerz fühlen. Lanza habe eindeutig Probleme gehabt, sagte Richard Novia, der bis 2008 für die Sicherheit in dem Schulbezirk von Newtown verantwortlich war. „Wenn der Junge sich verbrannt hätte, hätte er das nicht bemerkt oder gespürt“, sagte Novia am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Novia sprach von Episoden, während derer sich Lanza plötzlich vollständig in sich zurückzog. Er beschrieb den Jungen als klug, aber verängstigt und nervös, niemand sei ihm wirklich nahe gekommen.

Vater des Schützen meldet sich zu Wort

Der 30 Jahre alte Assistenzarzt Robbie Parker äußerte die Hoffnung, dass der Tod seiner sechsjährigen Tochter Emilie und der anderen Opfer die Menschen „besser, mitfühlender und fürsorglicher“ machen möge. Die Familie des Amokläufers Adam Lanza, der sich am Ende selbst das Leben nahm, schloss Parker ausdrücklich in seine Trauer um die Opfer mit ein. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie diese Erfahrung für Sie sein muss“, sagte der Arzt.

Der Vater des mutmaßlichen Schützen drückte den Angehörigen der Opfer sein tiefes Bedauern über die „enorme Tragödie“ aus. In einer vom Sender CNN veröffentlichten Mitteilung erklärte er am Samstag, dass seine Familie mit den Ermittlern eng zusammenarbeite. Auch sie seien schockiert und hätten keine Erklärung für die Tat.

„Wir teilen die Trauer der Gemeinde und des Landes, während wir den unglaublichen Verlust zu verstehen versuchen“, ließ der Onkel mitteilen. Seine Schwester, die Mutter des mutmaßlichen Täters, war am Freitag nach bisherigen Erkenntnissen das erste Opfer des Zwanzigjährigen, der später an der Grundschule 20 Kinder und sechs Erwachsene erschoss, bevor er sich selbst tötete.

Obama kommt zu Mahnwache nach Newtown

Die Bluttat löste international Bestürzung aus und entfachte zugleich eine neue Debatte über das Waffenrecht in den Vereinigten Staaten. Präsident Obama forderte „bedeutsames Handeln, um weitere Tragödien wie diese zu verhindern“. Wie das Weiße Haus mitteilte, wollte er am Sonntag in Newtown an einer interkonfessionellen Mahnwache teilnehmen und mit den Familien der Opfer und den von Schülern der Sandy-Hook-Grundschule zusammentreffen.

Die Staatspolizei von Connecticut veröffentlichte am Samstag die Namen der Opfer. Demnach sind darunter 12 Mädchen und acht Jungen. Außerdem kamen sechs Frauen ums Leben, dazu zählen die Rektorin und eine Schulpsychologin. Der „New York Times“ zufolge wurden sie erschossen, als sie versuchten, den Amokläufer zu stoppen.

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Die Opfer des Amoklaufs

Charlotte Bacon, 6 Jahre
Daniel Barden, 7
Olivia Engel, 6
Josephine Gay, 7
Ana Marquez-Greene, 6
Dylan Hockley, 6
Madeleine Hsu, 6
Catherine Hubbard, 6
Chase Kowalski, 7
Jesse Lewis, 6
James Mattioli, 6
Grace McDonnell, 7
Emilie Parker, 6
Jack Pinto, 6
Noah Pozner, 6
Caroline Previdi, 6
Jessica Rekos, 6
Avielle Richman, 6
Benjamin Wheeler, 6
Allison Wyatt, 6
Rachel Davino, 29, Lehrerin
Dawn Hochsprung, 47, Schulrektorin
Nancy Lanza, 52, Mutter des Amokläufers
Anne Marie Murphy, 52, Lehrerin
Lauren Rousseau, 30, Lehrerin
Mary Sherlach, 56, Schulpsychologin
Victoria Soto, 27, Lehrerin
 

 

Quelle: Connecticut State Police

Quelle: FAZ.NET

 
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