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Amerika Terri Schiavo ist gestorben

31.03.2005 ·  13 Tage nachdem ein Gericht angeordnet hatte, die 41jährige Terri Schiavo nicht weiter mit einer Magensonde zu ernähren, ist die amerikanische Komapatientin gestorben.

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Fast zwei Wochen nach Abbruch der künstlichen Ernährung ist die amerikanische Komapatientin Terri Schiavo nach Angaben ihrer Eltern gestorben. Weder die Eltern, Mary und Bob Schindler, noch der Bruder und die Schwester der 41jährigen seien zu ihrer Todesstunde bei ihr gewesen, sagte der Sprecher der Eltern, Franziskanermönch Paul O'Donnell, am Donnerstag vor dem Hospiz in Pinellas Park in Florida. „

Schiavos Ehemann Michael, mit dem sich die Familie einen erbitterten Streit über die Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung geliefert hatte, habe ihnen den Zutritt verweigert. Erst nach dem Tod habe die Familie in das Zimmer treten dürfen, sagte O'Donnell. „Die beiden sind jetzt dort drin und beten an der Seite ihres Bettes.“

Es ist kein schöner Anblick“

Noch am Donnerstagmorgen hatte Schiavos Bruder Bobby Schindler die Komapatientin besucht. Er zeigte sich betroffen über den Zustand seiner sterbenden Schwester. „Es ist kein schöner Anblick, das kann ich Ihnen sagen“, erklärte er, als er am frühen Morgen das Krankenhaus verließ. Ein Pfarrer, der ihn begleitet hatte, berichtete, Schiavos Gesicht sei eingefallen, ihre Augen rollten ständig hin und her.

Noch am Vortag hatten die Eltern Bob und Mary Schindler berichtet, ihre Tochter habe bei ihrem Besuch noch Reaktionen gezeigt. Ärzte haben ähnliche Schilderungen allerdings wiederholt angezweifelt, nach ihrer Einschätzung handelte es sich um bloße Reflexe. Schiavos Hirnrinde war infolge einer 1990 erlittenen Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr bei einem Herzstillstand massiv geschädigt worden. In der Hirnrinde befinden sich die Zellstrukturen, die Gedanken, Empfindungen, Erinnerungen und Gefühle kontrollieren.

15 Jahre im Wachkoma

Schiavo lag seit 15 Jahren im Wachkoma. Aufgrund einer von ihrem Ehemann erkämpften Richterentscheidung war ihr am 18. März die Magensonde entfernt worden. Schiavos Eltern hatten mit etlichen Einsprüchen und Klagen vor Gericht versucht, die Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung zu erzwingen. Die 41jährige war 1990 nach einem vorübergehenden Herzstillstand ins Koma gefallen und hatte durch einen mehrminütigen Sauerstoffmangel irreparable Hirnschäden erlitten.

Am Mittwoch abend hatten das Oberste Gericht der USA sowie ein amerikanisches Berufungsgericht in Atlanta erneut Dringlichkeitsanträge der Eltern auf Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung abgewiesen. Der Fall löste weltweite Debatten über Sterbehilfe und würdiges Sterben aus. Vorallem evangelikale Aktivisten, Abtreibungsgegner, katholische Kirchenrepräsentanten und führende republikanische Politiker unterstützten die Schindlers in den letzten Wochen. Zuletzt hatte der Bürgerrechtler Jesse Jackson das Ansinnen der Eltern gefördert.

Ein Vertreter des Vatikans bezeichnete die Einstellung der künstlichen Ernährung Schiavos am Donnerstag als Mord. Jeder, der nicht dagegen einschreite, mache sich mitschuldig, sagte Kardinal Renato Martino am Donnerstag noch in einem Interview mit Radio Vatikan. „Die Unterbrechung der Ernährung kommt einem ungerechten Todesurteil für einen Unschuldigen gleich“, sagte Martino. „Und dies auf eine der grausamsten Arten: Durch Durst und Hunger.“

Obduktion angekündigt

Nach Ankündigung des Anwalts von Michael Schiavo soll nun eine Obduktion die Schwere der Hirnverletzungen belegen. Die Eltern hatten bis zuletzt die von den Gerichten akzeptierte Diagnose angezweifelt, nach der keine Besserung im Zustand ihrer Tochter mehr möglich ist. Für Ehemann Michael stand fest, daß seine Frau keine Fortsetzung des Lebens unter diesen Bedingung wünschte. Schiavos Eltern widersetzten sich vehement dieser Einschätzung und beriefen sich dabei auch auf den katholischen Glauben ihrer Tochter. Die Patientin hatte für einen solchen Fall keine Verfügung verfasst.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AFP
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