18.05.2004 · „Die heilige Institution Ehe darf nicht neu definiert werden“ - so die Reaktion von George W. Bush auf die ersten legalen homosexuellen Eheschließungen in Massachusetts.
Der amerikanische Präsident George W. Bush hat die Trauung homosexueller Paare scharf kritisiert. „Die heilige Institution Ehe darf nicht durch radikale Juristen neu definiert werden“, heißt es in einer Stellungnahme des republikanischen Präsidenten vom Montag.
Bush setzte sich abermals für eine Verfassungsänderung ein, in der die Institution der Ehe als Bund ausschließlich zwischen Mann und Frau definiert werden soll. Bush reagierte damit auf die seit Montag im Bundesstaat Massachusetts möglichen Eheschließungen homosexueller Paare.
Mehrere hundert schwule und lesbische Paare nutzten bereits am Montag diese Möglichkeit und ließen sich trauen. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hatte mit einer Grundsatzentscheidung die gleichgeschlechtliche Ehe für rechtmäßig erklärt. Im Februar hatte bereits der Bürgermeister von San Francisco für Aufsehen gesorgt, als er in einem Verstoß gegen geltendes Gesetz mehr als 3400 gleichgeschlechtliche Paare traute. Anders als in Massachusetts verbot der Oberste Gerichtshof von Kalifornien die Praxis später. Auch in einem Bezirk im Bundesstaat Oregon wurden Homo-Ehen geschlossen.
Amerikanische Medien rechnen damit, daß das Thema den Wahlkampf weiter anheizen wird, weil Massachusetts der Heimatstaat des demokratischen Herausforderers John Kerry ist. Kerry hat sich wie Präsident George W. Bush gegen Homo-Ehen ausgesprochen. Während Bush jedoch die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankern lassen will, plädiert Kerry für eingetragene Lebenspartnerschaften, um diesen Paaren mehr Rechte als bisher einzuräumen. Nach Meinungsumfragen lehnt die Mehrheit der amerikanischen Bürger die gleichgeschlechtliche Ehe ab.