14.07.2006 · Wie erwartet hat sich ein riesiger Felssporn an der Ostflanke des Eiger gelöst und ist ins Tal gestürzt. Die Abbrüche der gewaltigen Brocken sind eine Touristenattraktion.
An der Ostflanke des Eiger im Berner Oberland ist etwa ein Fünftel des großen Felssporns abgestürzt, der sich seit Tagen gelockert hatte. Geologen schätzen, daß etwa 400.000 Kubikmeter Gestein auf den Unteren Grindelwaldgletscher fielen.
In der Nacht zum Freitag trieb daher eine Staubwolke über das Bergdorf Grindelwald hinweg, die jedoch bald von einem Gewitterregen aufgelöst wurde. Danach waren immer wieder kleinere Abbrüche zu beobachten, doch die Experten erwarten nicht, daß in den kommenden Tagen weitere, große Blöcke wegbrechen. Der Felssporn ist etwa 250 Meter breit und ebenso hoch.
Der Berg geriet an jener Stelle in Bewegung, weil die Klima-Erwärmung den Unteren Grindelwaldgletscher stark schmelzen ließ und heiße Sommer das kalkige Gestein des fast 4000 Meter hohen Eiger schneller erodieren lassen. Grindelwald selbst ist nicht akut gefährdet. Gefahr drohte nur, wenn sich nach dem Felssturz auf dem Gletscher ein See stauen sollte. Dafür gibt es bisher keine Anzeichen.