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Alexander von Humboldt : Beck’s Schiff über Ebay zu kaufen

  • -Aktualisiert am

Zwischen Büchern, CDs und Lego-Steinen auf Ebay zu finden: Die Alexander von Humboldt Bild: dpa

Nur in der Werbung segelt das grüne Beck’s Schiff noch. In der Realität steht der Großsegler „Alexander von Humboldt“ in den Ebay-Kleinanzeigen zum Verkauf. Auslaufen wird das Schiff nicht mehr.

          Wer dieser Tage in den Kleinanzeigen der Internetplattform Ebay stöbert, findet zwischen Büchern, Küchengeräten und Trödel eines der bekanntesten Segelschiffe, die „Alexander von Humboldt“. Die Bremer Werft BVT, Schwesterunternehmen einer Bremer Reederei, ist erstaunt, wie viel Interesse sie seit Wochenbeginn erfährt. Dabei liegt der als Verhandlungsgrundlage genannte Preis von 750.000 Euro sichtbar über den sonstigen Preisen, an die Ebay-Ersteigerer gewöhnt sind. Der 62 Meter lange Großsegler ist derzeit kein „fahrendes Schiff“ mehr, obwohl jüngst Unterboden, Außenhaut und Masten hergerichtet wurden. So ist ein Einsatz an einem Kai als Museum, Restaurant oder Hotelschiff denkbar.

          Die „Alexander von Humboldt“ - im Volksmund „Alex“ - wurde 1906 als eines von vier baugleichen Reserve-Feuerschiffen in Bremen gebaut. Bis 1986 wurde es auf der Nordsee und Ostsee eingesetzt, vorwiegend als Ersatz für Feuerschiffe, die gerade in der Werft lagen, also rot gestrichen mit weißen Schriftzeichen. Nur eines ihrer Schwesterschiffe gibt es noch, die „Norderney I“ als Museumsschiff in Wilhelmshaven.

          Unterhaltskosten zu hoch

          Die große Zeit der „Alex“ kam erst nach zahlreichen Umbenennungen 1988 mit dem Umbau zur Bark, zu einem Segelschiff mit zwei großen und einem kleineren Mast. Als solche umrundete sie als Jugend- und Ausbildungsschiff für Segler das Kap Hoorn und andere ferne Ziele. 300.000 Seemeilen hat sie zurückgelegt, teils auf den Spuren ihres Namensgebers, des Naturforschers und Weltreisenden Alexander von Humboldt. Nun aber sind Unterhaltskosten und Sicherheitsanforderungen zu hoch geworden. Seit zwei Jahren setzt die „Alexander von Humboldt II“ die Segelausbildung fort - beide Dreimaster trafen sich 2011 auf der Außenweser und in Bremerhaven.

          Dreimal hat die zuvor unauffällige „Alex“ mit genialen Werbekampagnen großes Aufsehen erregt. Als sie mit Spendenmitteln 1988 als erster Dreimaster in Deutschland seit der „Gorch Fock“, also seit mehr als 50 Jahren, zur Dreimastbark umgebaut war, wurde nicht nur ihr stählerner Rumpf in Anlehnung an die Farben einer Bremer Reederei grün lackiert. Auch die Segel an den drei Masten wurden grün, was Aufsehen erregte. Mit einem Großsegler mit grünen Segeln und nun der „Alexander von Humboldt“ hatte die Bremer Brauerei Beck’s schon vier Jahre zuvor geworben. Die Bier-Etikette und das Werbelied „Sail Away“, gesungen von Joe Cocker, halfen dabei, das Bier zur Weltmarke zu machen - Bier und Barke schaukelten sich sozusagen wechselseitig hoch.

          Verkauf auf Ebay ist letzter Werbe-Coup

          Das Verkaufsangebot über Ebay - das nicht verhindert, dass die Barke doch auf konventionellem Wege verkauft wird, nachdem sie genügend Aufmerksamkeit erregt hat - ist nun der dritte Werbe-Coup. Der Schiffsmakler gibt zu, die Plattform als Werbeträger anzusehen. Das Schiff steht seit August zum Verkauf. Bislang tat sich nicht viel. Nun aber brachte die Aufmerksamkeit binnen zweier Tage fast 100.000 Zugriffe.

          Quelle: F.A.Z.

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